Nach zwei Telefonaten war die Verpflichtung in trockenen Tüchern. Peter Pacult, bis April noch Trainer bei der Klagenfurter Austria, beerbt Didi Kühbauer beim WAC. Es ist die bereits 14. Station als Chefcoach in seiner fast 30 Jahre währenden Karriere. Doch die schnelle Wahl des Präsidenten kam nicht von ungefähr. Der Wiener, der dafür bekannt ist, sich kein Blatt vor den Mund zu nehmen und teilweise kräftig auszuteilen, hat sich mit seinen Erfolgen in Waidmannsdorf in fünf Jahren mehr als rehabilitiert und sich mit dem Aufstieg und dem Erreichen der Meistergruppe den Ruf eines Erfolgstrainers erneut erarbeiten müssen. Doch was war passiert? Als Pacults erfolgreiche Zeit beim SK Rapid mit Meistertitel und starken Auftritten auf europäischer Bühne nach Bekanntwerden eines geheimen Gesprächs über eine Zusammenarbeit mit Red Bull im Jahr 2011 ein unrühmliches Ende fand, kam eine steinige, von Misserfolgen geplagte Dekade auf Pacult zu. Nach verpasstem Aufstieg in die dritte Liga mit Leipzig und der daraus resultierenden Entlassung, konnte der heute 65-Jährige nie mehr richtig Fuß fassen. Er wurde zum berüchtigten Wanderfalken und spulte Trainerstationen bei Dresden, dem FAC sowie bei Vereinen in Kroatien, Serbien, Albanien und Montenegro ab. Nichts davon hielt länger als eine halbe Saison. Sieglosserien standen bei Pacults Klubs an der Tagesordnung, sein Trainergeschick wurde mehr und mehr in Zweifel gezogen, von seinen Triumphen bei den Grün-Weißen blieb nichts mehr übrig. Doch so ist das Fußballgeschäft. Erbarmungslos, erfolgsabhängig und im schlimmsten Fall auch sehr kurzlebig.
Peter Pacult
Er nutzte die Gunst der Stunde
Peter Pacult wurde als Nachfolger von Didi Kühbauer nach Wolfsberg bestellt.
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