Am 1. Spieltag dieser Saison empfing Rapid Sturm. Nach einer Choreographie der Fans, die die „Mission 33“, also den 33. Meistertitel der Vereinsgeschichte, ausgerufen hatte, gewannen die Wiener 1:0 und ließen die Fans träumen. Rund ein halbes Jahr später ist Rapid auf dem Boden der Realität angekommen.
Aus den vergangenen zehn Ligaspielen gewann Rapid nur zwei, gegen den Vorletzten GAK und Schlusslicht Altach setzten sich die Wiener durch. Im Frühjahr gab es in den sechs Bundesliga-Spielen vier Niederlagen, nur die WSG Tirol und der GAK befinden sich in schlechterer Form. Noch verheerender ist die Auswärtsbilanz, aus den elf Partien in der Fremde schaute für Rapid nur ein Sieg heraus, auch das gegen Altach.
So wurde aus den Titelträumen zu Beginn der Saison wieder einmal eine Saison im Mittelmaß. Zeichnete Rapid zu Beginn der Spielzeit nach Siegen gegen Sturm, Salzburg und die Austria noch die Fähigkeit aus, gegen die sogenannten Großen gewinnen zu können, ging auch diese mit Niederlagen im Frühjahr gegen die beiden Letztgenannten verloren. „Wir dürfen nicht dahin schauen, sondern müssen schauen, wie wir wieder stabile Leistungen bringen“, sagte Trainer Robert Klauß über die Erfolge im Herbst und meinte: „Wir haben Probleme, mit Rückschlägen während des Spiels umzugehen.“ Aufbauen kann der Deutsche aber auf die beiden ersten Saisonspiele gegen Sturm. Nach dem Sieg im Heimspiel setzte es auswärts ein Last-Minute-Unentschieden, Rapid konnte mit dem Rückschlag umgehen. „Unser Ziel ist, einfache Dinge zu tun, um uns Sicherheit zu holen“, erklärt Klauß die Marschroute. „Wenn die Faktoren Zweikampfquote, Bereitschaft, Aufmerksamkeit gut da sind, dann schauen wir auch fußballerisch gut aus. Nur Fußballspielen reicht einfach nicht aus.“
Personell hat der Deutsche beinahe seinen gesamten Kader zur Verfügung, nur der langzeitverletzte Guido Burgstaller und Shootingstar Nikolaus Wurmbrand müssen passen. Auch Lukas Grgic ist trotz seiner gelb-roten Karte gegen Salzburg nach erfolgreichem Protest spielberechtigt.