Xavi im Porträt Der verlorene Sohn kehrt heim zum FC Barcelona

Mit der Verpflichtung Xavis machten die Verantwortlichen des FC Barcelona ihren Fans ein Geschenk. Für den ehemaligen Weltklasse-Spieler ist es die bisher größte Herausforderung seiner Karriere.

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Xavi ist eine Legende in Katalonien © AP
 

Der verlorene Sohn kehrt zurück, mit Erfolg im Gepäck und dem Glanze vergangener Tage. Genauso stellen sich die Fans des FC Barcelona die Rückkehr ihrer Legende auf den Trainersessel der Katalanen vor. Trotz sportlicher Misere liegt Aufbruchstimmung beim spanischen Top-Klub in der Luft, auf die tristen Tage unter Ronald Koeman, soll der schnelle Aufschwung unter Xavi folgen.

Ganz so einfach wird es aber aller Voraussicht nach nicht werden, ist es für den ehemaligen Weltklasse-Mittelfeldspieler die erste große Station als Cheftrainer. Als Xavi Hernández i Creus 1980 in Terrassa in der Provinz Katalonien geboren, durchlief er ab seinem elften Lebensjahr alle Stationen in La Masia, der berühmten Nachwuchsakademie des FC Barcelona. Mit 18 Jahren debütierte er in der ersten Mannschaft und blieb dieser 17 Jahre bis 2015 erhalten. Nach 767 Pflichtspielen mit 85 Toren und 185 Torvorlagen ging es zu Al-Sadd nach Katar, mit vier Champions-League-Triumphen und acht spanischen Meistertiteln im Gepäck. Unter Pep Guradiola dominierte er gemeinsam mit Andres Iniesta, Lionel Messi und Co. den weltweiten Klub-Fußball und machte sich durch den Weltmeistertitel mit dem spanischen Nationalteam 2010 auch über die Grenzen Kataloniens hinaus zur Legende.

Xavi Hernandez: Die Legende des FC Barcelona im Porträt

Xavier Hernández i Creus, kurz Xavi, geboren am 25. Jänner 1980 in Terrassa, absolvierte 1998 nach Ausbildung in der La Masia sein erstes Spiel für die Kampfmannschaft von Barcelona.

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Gleich in seiner ersten Saison holte er mit den Katalanen die spanische Meisterschaft. Es sollten für ihn noch sieben weitere folgen.

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Europaweit krönte sich Xavi in der Saison 2005/06 mit Barcelona erstmals zum Champions-League-Sieger. Mit dabei: Lionel Messi, Ronaldinho und Iniesta.

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Unter Trainer Pep Guradiola blühte der FC Barcelona auf und dominierte mit Xavi als tragende Rolle im Mittelfeld über Jahre nicht nur den spanischen Fußball.

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Mit dem spanischen Nationalteam holte sich Xavi 2008 in Wien seinen ersten Europameistertitel gegen Deutschland. 2012 sollte der zweite EM-Sieg folgen.

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Noch größer war der Jubel 2010 bei der WM in Südafrika. Mit einer legendären Mannschaft holte sich Spanien den bisher einzigen Weltmeistertitel im Finale gegen die Niederlande. Xavi trat über das gesamte Turnier als tragende Figur auf.

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Bei Barcelona hängte er 2015 nach 17 Jahren im Verein die Fußballschuhe an den Nagel. Im letzten Jahr holte er sich mit Barca noch einmal die spanische Meisterschaft.

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Als Spieler verdiente er noch vier Jahre in Katar bei Al-Sadd sein Geld. 2019 wechselte er an die Seitenlinie.

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Als Trainer hat er bisher nur in Al-Sadd Erfahrung gesammelt. Von 2019 bis jetzt coachte er in Katar.

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Nun soll die Klub-Legende den angeschlagenen FC Barcelona aus der Krise führen.

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Diesen Status möchte der 41-Jährige nun auch als Trainer erreichen. Nach gut zwei Jahren verließ er Al-Sadd, um sich seiner großen Liebe und gleichzeitig größten Herausforderung zu stellen. Als ruhiger und bedachter Denker und Lenker machte er sich einst einen Namen im internationalen Fußball, diese Charakterzüge benötigt es nun mehr denn je. Barcelona kämpft mittlerweile seit Jahren mit schwachen Leistungen und finanziellen Engpässen. Die treue Anhängerschaft konnte sich in der jüngeren Vergangenheit kaum mehr mit dem eigenen Klub identifizieren. Mit der Verpflichtung Xavis machten die Verantwortlichen den Fans im Camp Nou zumindest diesbezüglich ein Geschenk. Ob es von Erfolg gekrönt sein wird, muss sich in den nächsten Monaten beweisen. Die besten Voraussetzungen dafür findet die Klub-Legende derzeit nicht vor, was für ihn anscheinend keine Rolle gespielt hat. Denn nun ist er endlich wieder zu Hause, und möchte am liebsten nicht mehr gehen.

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