Vor Europa LeagueStöger hält Salzburg für sehr gefährlich

Dortmund-Trainer Peter Stöger hat großen Respekt vor dem Europa-League-Gegner FC Salzburg und spricht von "gefährlicher Außenseiterrolle".

Peter Stöger und Dortmund-Kapitän Marcel Schmelzer © APA/dpa/Bernd Thissen
 

Peter Stöger ist gewarnt, denn der Trainer von Borussia Dortmund kennt den FC Salzburg. Der Wiener weiß um die Qualitäten, die Österreichs Fußball-Serienmeister mitbringt. Insofern erwartet er im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League am Donnerstag (19.00 Uhr) alles andere als einen Spaziergang. "Es kann eine total offene Partie werden", meinte Stöger am Tag vor dem ersten Duell in Dortmund.

Der Trainer-Export freut sich auf das Duell mit seinen Landsleuten - und auch darüber, dass überhaupt noch ein österreichisches Team in dieser Phase vertreten ist. "Es sind in dieser Runde so viele außergewöhnliche Mannschaften dabei, das hat schon etwas von Champions League", meinte Stöger. "Die Salzburger sind eine Mannschaft, die ich in einer ganz, ganz gefährlichen Außenseiterrolle sehe."

Keine Geheimnisse

Geheimnisse gibt es keine. Die Teams kennen einander laut Stöger "in- und auswendig". 2013 hatte er den Bullen mit der Wiener Austria den bis dato letzten Meistertitel abgeluchst, danach folgte der Abschied zum 1. FC Köln. In Dortmund hat er nach seiner Amtsübernahme im Dezember in kurzer Zeit die Mannschaft stabilisiert. Von den bisher 13 Spielen unter Stöger ging nur eines verloren - im Cup-Achtelfinale kurz vor Weihnachten bei Bayern München (1:2).

"Entwicklung geht aber nicht in Tagen", betonte Stöger. Sein Vertrag läuft vorerst bis Saisonende. Einen Termin für mögliche Gespräche über eine Verlängerung gebe es noch nicht. Der 51-Jährige sieht auch keine Notwendigkeit dafür. "Es ist erst zwei Monate her, dass ich unterschrieben habe." Bis Sommer sei vorerst alles klar. Dann könnte Stöger im Erfolgsfall auch erster Ansprechpartner für eine längerfristige Besetzung des Postens sein.

Offensivspektakel

Dafür wird in Dortmund aber nicht nur defensive Stabilität, sondern auch Offensivspektakel gefordert. Gegen die 30 Spiele ungeschlagenen Salzburger kann das Stöger-Team zeigen, wie weit es bereits ist. Der BVB ist zehn Ligaspiele ungeschlagen. In den vergangenen drei Partien gab es aber jeweils 1:1-Remis, darunter zuletzt bei RB Leipzig. Aus der Partie könne man für Salzburg durchaus etwas mitnehmen, meinte Stöger. Die Spielidee der beiden Red-Bull-Clubs sei ähnlich. "Es ist aber nicht 1:1 Schablone."

Dass Salzburg in Dortmund anders auftritt als gewohnt, erwartet Stöger nicht. "Wir sind darauf vorbereitet, dass die Salzburger ihr Spiel so anlegen, wie sie es immer anlegen, weil das ihre Stärke ist." Es könnte also ein Schlagabtausch warten. Stöger weiß um das Aufsehen, das die Partie in Österreich erregt. "Sie werden uns nicht überraschen, umgekehrt wird es ähnlich sein."

Geht es nach dem früheren Austria-Meistermacher, wird Salzburg auch in Dortmund nicht in Ehrfurcht erstarren. "Ich glaube nicht, dass das ein gravierendes Problem für sie ist", sagte Stöger über die Atmosphäre im mit über 60.000 Zuschauern gut gefüllten Signal Iduna Park. "Ich sehe nichts, das sie hemmen könnte."

Die Ausgangslage sei dennoch klar. "Wir sind weit davon entfernt, dass wir uns aus der Favoritenrolle rausstehlen", betonte Stöger. "Im Idealfall wollen wir die Salzburger 90 Minuten unter Druck setzen. Das wird aber nicht ganz so einfach sein." Zumal Salzburg gerade in internationalen Spielen "einen richtig guten Job gemacht" habe in den vergangenen Monaten. "Wir sind gewarnt davor."

Dortmund ersatzgeschwächt

Im Gegensatz zu seinem Gegenüber Marco Rose hat Stöger nicht seinen vollen Kader zur Verfügung. Neben dem in der Europa League nicht spielberechtigten Innenverteidiger Manuel Akanji sowie den Langzeit-Verletzten Andrij Jarmolenko, Sebastian Rode und Erik Durm fehlen weiterhin auch Mittelfeldstar Shinji Kagawa und Raphael Guerreiro. Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek trat im Training etwas kürzer, sollte aber spielen können.

Dortmunds Hoffnungen ruhen auch auf dem von einer langwierigen Knieverletzung in starker Verfassung zurückgekehrten Marco Reus. "Wir wissen, dass die Aufgabe schwer wird", versicherte BVB-Kapitän Marcel Schmelzer. "Wir haben sehr großen Respekt. Salzburg ist in der Liga zehn Punkte vorne. Daher können sie sich ganz auf diese zwei Spiele konzentrieren." Das Rückspiel folgt nächsten Donnerstag in Salzburg.

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