Der rumänische Linienrichter Octavian Sovre hat seinen umstrittenen Autogrammwunsch an den Dortmunder Fußballstar Erling Haaland gerechtfertigt. Dieser sei für einen guten Zweck geschehen, sagte Sovre am Donnerstag dem Portal "playsport.ro". Er sammle seit langem systematisch Autogramme von verschiedenen Sportlern, die danach zugunsten eines rumänischen Vereins zur Unterstützung von Autisten verkauft würden.

Sovre hatte am Dienstagabend nach dem Viertelfinal-Hinspiel von Borussia Dortmund in der Champions League bei Manchester City (1:2) beim Gang in die Kabine um ein Autogramm gebeten, wie beim englischen TV-Anbieter BT Sport zu sehen war. Dieses ungewöhnliche Ansinnen hatte für Aufregung und teils für Kritik gesorgt.

Ob der Fall bei der UEFA ein Nachspiel hat, ist offen. Man werde die Angelegenheit nicht kommentieren, teilte diese mit. In einem Schreiben an die Schiedsrichter-Teams bezeichnete es der Verband aber als inakzeptabel und unwürdig, sich Autogramme zu holen. "Wenn du genauso respektiert werden willst wie die Spieler, warum fragst du sie dann nach ihrer Unterschrift oder ihrem Trikot?", heißt es in dem Schreiben von UEFA-Schiedsrichter-Chef Roberto Rosetti, aus dem der britische TV-Sender Sky Sports zitierte. "Es ist einfach inakzeptabel, es ist eine Frage der Würde, und vergessen Sie nicht all die Fernsehkameras - sie fangen alles ein."

Der Verein "SOS Autism" aus Sovres Heimatregion Bihor nahm den Linienrichter in Schutz und bot ihm die Ehrenmitgliedschaft an. Man danke ihm für die Spenden, ohne die der Verein nicht arbeiten könne, erklärte die Vorsitzende Simona Zlibut dem Portal "gsp.ro".

Sovre schätzt, dass er etwa 250 Autogramme gesammelt und an "SOS Autism" verschenkt habe. Barcelona Superstar Lionel Messi habe ihm sogar neun Autogramme gegeben, nachdem er ihm erklärt habe, dass diese für einen guten Zweck seien. Seine Autogrammjagd sei bisher stets diskret geschehen. Nun aber habe zufällig in Manchester eine TV-Kamera sein Treffen mit Haaland festgehalten.