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Champions LeagueSalzburg beißt sich an Neapel die Zähne aus und verliert 2:3

Salzburg verliert in der Champions League gegen das italienische Topteam Napoli 2:3.

Salzburg muss eine Heimniederlage gegen Napoli einstecken
Salzburg muss eine Heimniederlage gegen Napoli einstecken © APA/KRUGFOTO
 

Salzburg hat am Mittwoch in der Fußball-Champions-League eine bittere 2:3-Heimniederlage gegen Napoli kassiert. Vor knapp 30.000 Zuschauern in Wals-Siezenheim glichen die "Bullen" dank Erling Haaland (40./Elfmeter, 72.) zweimal einen Rückstand durch Dries Mertens (17., 64.) aus, gingen aber aufgrund des Treffers von Lorenzo Insigne (73.) doch noch als Verlierer vom Platz.

Damit sanken die Chancen auf einen Aufstieg ins Achtelfinale. Nach drei Partien beträgt der Rückstand des Tabellendritten in Gruppe E auf Napoli vier Punkte und auf Liverpool drei Zähler. Die nächste Partie steigt am 5. November in Neapel. Für die Mozartstädter endete außerdem eine stolze Heimserie - zuvor war man vor eigenem Publikum 71 Pflichtspiele und 19 Europacup-Partien ungeschlagen gewesen.

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Die Niederlage der Salzburger deutete sich schon zu Beginn an, denn die Anfangsphase stand klar im Zeichen der Gäste. Bereits nach 56 Sekunden unterlief Maximilian Wöber eine missglückte Kopfballabwehr, den abspringenden Ball übernahm Dries Mertens volley, aber "Bullen"-Goalie Cican Stankovic war auf dem Posten.

Auch danach hatten die Italiener das Heft in der Hand. Die Mannschaft von Starcoach Carlo Ancelotti unterband das Salzburger Pressing zunächst durch starkes Positionsspiel und bemerkenswerte Ballsicherheit, logische Folge war das 1:0 des Serie-A-Vizemeisters in der 17. Minute. Nach Kopfball-Vorlage von Jose Callejon und Stellungsfehler von Salzburgs Abwehrchef Andre Ramalho traf Mertens aus kurzer Distanz und spitzem Winkel über den Kopf von Stankovic hinweg.

Salzburg brauchte Zeit, um in das Spiel zu finden

Österreichs Champion benötigte einige Minuten, um sich von diesem Schock zu erholen, fand dann aber immer besser in die Partie. Haaland scheiterte in der 24. und 25. Minute aus kurzer Distanz an Napoli-Schlussmann Alex Meret, der auch einen Volley von Patson Daka (36.) blendend parierte.

Vier Minuten später war der Keeper geschlagen. Hwang Hee-chan wurde im Sechzehner von Kevin Malcuit zu Fall gebracht, den fälligen Elfmeter verwertete Haaland sicher. Bereits in der achten Minute hatte der 19-jährige Norweger eingenetzt, der Treffer wurde allerdings nach Einsatz des Videobeweises aberkannt. Haaland war nach einem von zwei Napoli-Spielern abgefälschten Mwepu-Schuss in Abseitsposition zum Ball gekommen.

Einen weiteren Aufreger gab es in der 36. Minute. Stankovic zog sich bei einem Distanzschuss von Mertens offenbar einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu und musste durch Carlos Coronel ersetzt werden. Der 22-jährige Brasilianer, der im Sommer von Philadelphia Union zurückgeholt wurde, ist aufgrund der Verletzung von Alexander Walke Salzburgs Nummer zwei. Davor war er nur einmal in einer Bewerbspartie für die "Bullen" zum Einsatz gekommen, und zwar beim bedeutungslosen 0:4 in der letzten Liga-Runde im Mai 2018 bei der Austria.

Mertens zog an Maradona vorbei

In der zweiten Hälfte blieb Coronel vorerst arbeitslos, weil sich zwar ein intensives Spiel entwickelte, große Chancen aber ausblieben - bis zur 64. Minute: Malcuit setzte sich gegen Hwang durch, seine Hereingabe wurde von Andreas Ulmer unglücklich abgefälscht und landete direkt vor den Füßen von Mertens, der trocken einschoss. Für den Belgier war es der 116. Pflichtspiel-Treffer im Napoli-Trikot, wodurch er an Clublegende Diego Maradona (115 Tore) vorbeizog.

Reaktionen

Jesse Marsch (Salzburg-Trainer): "Wir haben gegen einen guten Gegner gespielt, der sehr schlau ist. Wir haben in der Champions League zu viele Gegentore bekommen. Napoli war nicht in vielen Momenten gefährlich, aber wenn sie gefährlich waren, haben wir zu viele Fehler gemacht. Wenn man in solchen Spielen einen Fehler macht, ist es immer gefährlich. Wir müssen lernen. Haaland ist noch nicht bei 100 Prozent, aber er ist immer gefährlich. Wir müssen positiv sein - wir sind noch am Leben."

Erling Haaland (Salzburg-Spieler): "Der Aufstieg wird jetzt hart, aber wir müssen von Spiel zu Spiel schauen."

Andreas Ulmer (Salzburg-Kapitän): "Es ist bitter, wenn man das 2:2 erzielt und gleich wieder einem Tor nachlaufen muss. Wir hätten da etwas besser hinter dem Ball stehen müssen. Wir wollten aufs dritte Tor spielen, aber Napoli ist eine Mannschaft mit großer Qualität und nützt das aus, wenn man ihnen Räume gibt. Es sind noch drei Spiele in der Gruppe, schauen wir, was noch möglich ist."

Zlatko Junuzovic (Salzburg-Spieler): "Es war ein sehr intensives Spiel. Wir mussten taktisch clever agieren, weil Napoli eine sehr abgezockte Mannschaft ist. Wir waren schon gut im Spiel, aber die Tore waren zu billig, gerade das letzte Tor. Das hat mich ein bisschen an das 3:4 gegen Liverpool erinnert."

Carlo Ancelotti (Napoli-Trainer): "Wir haben gut begonnen und waren schnell im Spiel. Am Ende hat unsere Qualität entschieden, aber es war nicht leicht. Dass Mertens jetzt mehr Tore für Napoli als Maradona geschossen hat, ist ein großer Erfolg für ihn. Er ist ein großartiger Spieler und sehr wichtig für uns."

Die Salzburger gaben sich aber noch nicht geschlagen. In der 72. Minute schlug Zlatko Junuzovic eine Maßflanke zur Mitte, Haaland stand goldrichtig und köpfelte zum 2:2 ein. Für den Goalgetter war es bereits das sechste Tor in seinem dritten Champions-League-Match.

Die Freude währte nur wenige Sekunden

Die Freude der Salzburger über den neuerlichen Ausgleich war jedoch zu überschwänglich, denn schon Sekunden danach fing man sich das entscheidende 2:3 ein. Nach einer Hereingabe von Mertens scorte der acht Minuten zuvor eingewechselte Insigne vom Fünfereck, sein Schuss wurde von Ramalho entscheidend abgefälscht. In der Folge kämpfte Salzburg verzweifelt um das 3:3, eine echte Chance schaute allerdings nicht mehr heraus.

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