Fan-Liebling RashfordMourinho: "Die Fans können machen, was sie wollen"

Um 20.45 Uhr kämpft Manchester United zuhause gegen Sevilla um den Viertelfinal-Einzug in der Champions League. Die Personalie Marcus Rashford sorgt vor dem Duell für Diskussionen.

Manchester Uniteds Trainer Jose Mourinho mit seinem Stürmer Marcus Rashford
Manchester Uniteds Trainer Jose Mourinho mit seinem Stürmer Marcus Rashford © APA/AFP/OLI SCARFF
 

Manchester United sieht sich bereit, im Konzert der Großen mitzumischen. Nach vier Jahren Pause peilen die "Red Devils" wieder den Einzug ins Viertelfinale der Fußball-Champions League an. Nach einem torlosen Remis im Hinspiel gegen den FC Sevilla soll am Dienstag (20.45 Uhr/live Sky) im heimischen Old Trafford alles klar gemacht werden.

Ebenfalls auf den Sprung in die Runde der besten acht hofft die AS Roma. Die Italiener müssen im Heimspiel gegen Schachtar Donezk jedoch ein 1:2 wettmachen. Zuletzt stand die Roma vor zehn Jahren im Viertelfinale der europäischen Königsklasse. Schachtar schaffte dies einmal 2011 - damals gegen die Gelbroten aus Italiens Hauptstadt.

Mourinho: "Alles vergessen, wenn wir verlieren"

Jose Mourinho hatte vor dem Duell mit Sevilla leicht lachen. In der Premier League entschied der Portugiese am Wochenende das Prestigeduell mit Liverpool (2:1) für sich. Davon könne man sich freilich nichts kaufen, betonte Mourinho jedoch. "Im modernen Fußball lebt man Tag für Tag, Woche für Woche und Spiel für Spiel. Ich kann mir vorstellen, dass alles, was wir in den vergangenen Wochen erreicht haben, vergessen wird, wenn wir gegen Sevilla verlieren", meinte er.

In Andalusien vereitelte Uniteds spanischer Teamtorhüter David de Gea die besten Möglichkeiten von Sevilla. Englands Rekordmeister setzte auf eine Defensivtaktik. Zu Hause will United selbst den Takt vorgeben. In der Gruppenphase gelang dies vorzüglich, gegen den FC Basel, Benfica Lissabon und ZSKA Moskau gab es drei Siege bei einem Torverhältnis von 7:1. Sevilla hat von sechs Europacup-Gastspielen in England bei drei Unentschieden und drei Niederlagen noch keines gewonnen.

Mehr als Gegner Sevilla beschäftigten die englische Presse Personalentscheidungen von Mourinho. Hinter dem Einsatz von Paul Pogba steht ein Fragezeichen, nachdem sich der Franzose vor dem Liverpool-Spiel im Training verletzt hatte. Der teuerste Einkauf der Klubgeschichte (105 Mio. Euro) zählte aber schon in Sevilla nicht zur Startelf, Pogba steht in dieser Saison nach so manchem schwächeren Auftritt in der Kritik. Auch von Disputen mit Mourinho wurde bereits berichtet.

Fans: Mourinho gibt Rashford nicht genug Einsatzzeit

Ein Liebling der Medien ist Marcus Rashford. Beim Erfolg gegen Liverpool traf der 20-Jährige in seinem ersten Ligaspiel von Beginn an seit Dezember doppelt. Dass Mourinho dem englischen Jungstar mit Blick auf die WM in Russland im Sommer nicht öfter das volle Vertrauen schenkt, bleibt diskussionswürdig. Mourinho sah kein Problem, Rashford sei ohnedies Teil des Nationalteams. "Ich habe mit (Teamchef) Gareth Southgate vor ein paar Wochen gesprochen. Er hat mir gesagt, es ist egal, ob er spielt oder nicht."

Ich habe mit Gareth Southgate vor ein paar Wochen gesprochen. Er hat mir gesagt, es ist egal, ob er spielt oder nicht.

Jose Mourinho über Rashford

Den Austausch des Offensivmanns quittierte das Publikum am Samstag mit Pfiffen. Auch davon zeigte sich Mourinho unbeeindruckt. "Die Fans können machen, was sie wollen", betonte er. In der Liga als Zweiter aussichtslos hinter Stadtrivale Manchester City liegend, sind die Aufstiege in der Champions League und im Samstag wartenden FA-Cup-Viertelfinale gegen Brighton für Mourinho derzeit wichtiger denn je. Zuletzt stand United als der dreifache Bewerbsieger 2014 im Viertelfinale.

Für Sevilla, das auf den verletzten Jesus Navas verzichten muss, wäre das Viertelfinale Neuland. Der Tabellenfünfte der spanischen Primera Division verlor die Generalprobe mit 0:2 gegen Valencia. Trainer Vincenzo Montella war dennoch zuversichtlich. "Wir müssen auf dem höchsten Level spielen, diese Enttäuschung vergessen und nur an Manchester denken. Wir wollen eine große Rolle spielen", sagte der Italiener.

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