Der europäische Supercup ist insbesondere in Zeiten der vielen Bewerbsspiele und Pokale ein weiteres Kräftemessen zweier Fußball-Schwergewichte, das in der öffentlichen Wahrnehmung weitestgehend untergeht. Das Duell zwischen dem Sieger der Champions League und dem Gewinner der Europa League der vergangenen Saison ist aber immerhin eines, das Tradition hat.
Im Stadio Friuli in Udine geht heute (21 Uhr, Sky & DAZN live) die 50. Auflage des UEFA-Supercups über die Bühne, dabei trifft PSG, das im Finale der Champions League Inter Mailand mit 5:0 abgefertigt hat, auf Tottenham mit ÖFB-Teamspieler Kevin Danso. Die Spurs bezwangen im rein englischen Endspiel der Europa League Manchester United mit 1:0.
In jedem Fall wird es heute einen Debüt-Sieger geben, lediglich PSG hat bislang ein Supercup-Duell bestritten, 1997 gab es gegen Juventus Turin im damaligen Modus mit Hin- und Rückspiel aber eine 2:9-Packung im Gesamtscore. Die Franzosen würden jedenfalls etwas Abwechslung in die Siegerliste bringen, seit 2009 ging der Titel nur zweimal nicht an einen Klub aus Spanien (11 Siege) und England (3). 2013 und 2020 holte der FC Bayern die Trophäe nach Deutschland.
Tottenham könnte Serie fortsetzen
Seit 2019 ging der Titel im Zweijahresrhythmus nach England, nach Liverpool (2019), Chelsea (2021) und Manchester City (2023) könnte Tottenham diese Serie also fortsetzen. Dagegen spricht nicht nur der absolute Favoritenstatus der Topstars aus Paris sondern auch die Tatsache, dass sich in elf der jüngsten zwölf Supercup-Austragungen der Champions-League-Sieger durchgesetzt hat.
Dennoch sind die Spurs mit Neo-Trainer Thomas Frank trotz der herben 0:4-Testspielpleite gegen die Bayern am vergangenen Donnerstag nach ihrer langen Durststrecke natürlich heiß auf den zweiten Titel binnen kürzester Zeit. ÖFB-Teamspieler Kevin Danso dürfte bei den Londonern, bei denen sich Klub-Legende Heung-min Son nach zehn Jahren verabschiedet hat, zunächst auf der Bank sitzen.
PSG hat indes seit dem verlorenen Klub-WM-Finale gegen Chelsea seit einem Monat kein Spiel bestritten. Torhüter Gianluigi Donnarumma soll den Verein verlassen und steht nicht im Kader, Neuzugang Lucas Chevalier dürfte das Tor hüten. „Leider hat jemand entschieden, dass ich nicht länger Teil der Gruppe sein und zum Erfolg der Mannschaft beitragen kann. Ich bin enttäuscht und entmutigt“, schrieb Donnarumma in einer Nachricht in den sozialen Netzwerken. PSG-Trainer Luis Enrique betonte, dass es seine Entscheidung war. „Ich trage die volle Verantwortung.“ Er wolle einen anderen Torhütertypen, halte Donnarumma aber nach wie vor für einen „der besten Torhüter der Welt“.