Der Traum vom „Finale dahoam“ ist für Bayern München trotz eines 1:2 im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Inter Mailand noch nicht ausgeträumt. „Die Chance, dass wir in Mailand gewinnen, ist auf jeden Fall da“, betonte etwa ÖFB-Teamspieler Konrad Laimer nach der vermeidbaren Heimniederlage. „Wir haben genug Qualität und Mittel, um sie zu schlagen.“ Im Giuseppe-Meazza-Stadion hat Inter vor dem Rückspiel am Mittwoch im Europacup allerdings seit zwei Jahren nicht verloren.
Laimer rackerte nicht nur unermüdlich und überzeugte erneut als Rechtsverteidiger, sondern legte auch den zwischenzeitlichen Ausgleich von Thomas Müller auf. Die deutsche Klublegende, die die Bayern nach 25 Jahren im Sommer verlassen muss, traf in der 85. Minute und damit nur elf Minuten nach ihrer Einwechslung. Doch gerade der Umstand, dass Bayern-Trainer Vincent Kompany den 35-Jährigen trotz des Ausfalls von Jungstar Jamal Musiala so lange auf der Bank schmoren gelassen und stattdessen Raphael Guerreiro in die Startelf beordert hatte, kritisierten einige deutsche Medien scharf. „Um das ganz klar zu sagen: Das Heimspiel gegen Inter Mailand hat Kompany vermüllert!“, kommentierte etwa die Bild am Tag danach. Auch die Welt sah es deckungsgleich: „Mit seiner Einschätzung lag Kompany falsch, Guerreiro war in seiner Rolle überfordert.“
Während sich Müller nicht zu dem Thema äußern wollte (“Wichtig ist, dass ich ausstrahle, dass es um das große Ganze und nicht um irgendwelche Nebenkriegsschauplätze geht“), bekam der scheidende Edeljoker auch von seinem belgischen Trainer Lob: „Thomas hat dieses Gefühl im engen Raum, immer etwas zu machen. Das war so ein Spiel. Ich hoffe, dass es noch oft passiert.“
David Alaba erlebte „schrecklichen Abend“
Während Marko Arnautovic Inters späten 2:1-Siegtreffer von Davide Frattesi von der Bank aus verfolgte, stand ÖFB-Teamkollege David Alaba zwar in Real Madrids Startformation, kassierte bei Arsenal London allerdings eine 0:3-Niederlage. Damit steht der Titelverteidiger mit dem Rücken zur Wand, die Aufstiegschancen sind vor allem ob der Darbietung des Weißen Balletts jedoch verschwindend gering. Trainer Carlo Ancelotti beschwört dennoch für das Rückspiel kommenden Mittwoch ein Wunder: „Im Fußball kann alles passieren – und im Bernabeu ist schon sehr viel passiert“, betonte Ancelotti. Ob der Italiener dabei auf Alaba zurückgreifen kann, ist allerdings offen. Der 32-Jährige, der von Ancelotti als Linksverteidiger aufgeboten worden war, verließ die Partie in London leicht angeschlagen in der 79. Minute. Mehrere spanische Medien berichteten am Mittwoch von muskulären Problemen und kritisierten Alaba für seine Darbietung im Emirates Stadium im Norden Londons. „Er erlebte einen schrecklichen Abend“, urteilte etwa die Sportzeitung „Marca“.
Während die Königlichen zum ersten Mal seit 2020 ein Halbfinale der Champions League verpassen könnten, haben die Gunners die besten Karten, erstmalig seit 16 Jahren wieder ein Semifinale zu erreichen. Hauptverantwortlich dafür: Die zwei Bilderbuch-Freistöße von Declan Rice, die auch seinen Trainer Mikel Arteta schwärmen ließen: „Das ist die Schönheit von wem auch immer, der dieses Spiel erfunden hat.“