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BundestrainerLöw war offenbar nicht über Rücktritt Özils informiert

Mesut Özil war am Sonntag aus der deutschen Nationalelf zurückgetreten. Er begründete seinen Rücktritt mit Rassismus, der ihm vor allem seit der umstrittenen Aufnahme mit Erdogan vor der WM entgegengeschlagen sei.

Mesut Oezil
Mesut Özil und Joachim Löw © APA/dpa/Marcus Brandt
 

Der deutsche Fußball-Bundestrainer Joachim Löw hat einem Medienbericht zufolge aus dem Internet vom Rücktritt Mesut Özils aus der Nationalmannschaft erfahren. "Weder der Bundestrainer noch ich waren vorab informiert", sagte Löw-Berater Harun Arslan der "Bild"-Zeitung (Dienstagsausgabe).

Özils Berater Erkut Sögüt hatte den DFB dem Blatt zufolge nur informiert, dass es am Sonntag eine Stellungnahme seines Klienten geben würde. Löw befindet sich derzeit im Urlaub auf Sardinien.

Arslan betreut den Bundestrainer seit vielen Jahren. Seit Jahresbeginn hat Arslan eine Kooperation mit Özil-Berater Sögüt und Ilhan Gündogan, dem Onkel und Berater von Nationalspieler Ilkay Gündogan.

Özil hatte sich am Sonntag erstmals zu seinem umstrittenen Treffen mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan im Mai geäußert und anschließend erklärt, er wolle nicht mehr für Deutschland spielen. Er prangerte einen weit verbreiteten Rassismus gegen ihn als Deutschtürken an und erhob insbesondere schwere Vorwürfe gegen DFB-Chef Reinhard Grindel.

 

Nach dem Rückzug von Mesut Özil aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hat der Grünen-Politiker Cem Özdemir DFB-Chef Reinhard Grindel den Rücktritt nahegelegt. Grindel habe sich "durch seine Äußerungen dermaßen außer Gefecht gesetzt", dass er nicht sehe, "wie der Neubeginn der Nationalmannschaft funktionieren soll mit ihm an der Spitze des DFB", sagte Özdemir der "Welt" (Dienstagsausgabe).

Grindel solle "sich kritisch hinterfragen, ob er noch der richtige Mann für dieses Amt" sei, so Özdemir. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hätte von Anfang an, unmittelbar nach dem umstrittenen Foto Özils mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, eingreifen und die Sache bereinigen müssen, sagte Özdemir. "Er hätte eine Klarstellung auch von Özil selber intern anmahnen müssen."

Stattdessen habe Grindel "im Vorfeld zugelassen, dass der öffentliche Streit in die Mannschaft hineingetragen wurde, und im Nachhinein wurde dann versucht, sich dieser Stimmung zu bedienen und das Scheitern gewissermaßen ausschließlich Mesut Özil angelastet", kritisierte der Grünen-Politiker mit Blick auf das frühe WM-Aus der deutschen Nationalelf. "Das ist unverantwortlich - um nicht zu sagen: unanständig."

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