War das Duell Manchester City gegen Liverpool in den vergangenen Jahren in aller Regel eines um die Tabellenspitze, so geht es für die vor Beginn der elften Runde zweitplatzierten „Skyblues“ und die „Reds“ (3.) darum, Leader Arsenal nicht aus den Augen zu verlieren. Der Verlierer des Krachers im Etihad Stadium könnte schon frühzeitig im Titelkampf den Anschluss verpassen.

Nach einem schwachen Saisonstart ist Pep Guardiolas Truppe zuletzt wieder in Schwung gekommen, unter der Woche wurde in der Champions League Borussia Dortmund daheim vom Platz gefegt (4:1). Von den letzten 13 Pflichtspielen verlor Manchester nur eines, auch dank eines in Hochform agierenden Erling Haaland. Der Ex-Salzburger hält bei 18 Toren in 14 Saisonspielen.

Große Vorfreude bei Guardiola

Im Vorjahr verlor City beide Liga-Duelle mit Liverpool und wurde folgerichtig vom Team von Coach Arne Slot entthront. Dementsprechend groß sind die Revanche-Gelüste der „Citizens“. „Um ehrlich zu sein, bin ich sehr aufgeregt und freue mich auf den Sonntag. Ich kann es kaum erwarten, gegen Liverpool zu spielen“, erklärte Guardiola. Der Katalane sieht eine ausgeglichene Meisterschaft, aus der derzeit nur Arsenal heraussticht. „Die sind konstanter als alle anderen. Aber die Saison ist lang, also versuchen wir, dabei zu bleiben.“

Vor seinem 1000. Spiel als Trainer fühlt Guardiola auch die Sehnsucht nach seinem ehemaligen Erzrivalen Jürgen Klopp. „Ich vermisse ihn“, sagte der spanische Starcoach. Dass Guardiola sein großes Jubiläumsmatch gegen den FC Liverpool macht, hätten sich auch Drehbuchschreiber kaum besser ausdenken können. Unter Guardiola als Trainer von Manchester City und Klopp zu seiner Zeit als Coach der Liverpooler wurde das Duell zu einem Klassiker in der Premier League.

„Wenn ich einen Gegner auswählen müsste, wäre das der beste“, sagte der Spanier. Der FC Barcelona sei sein Verein und auch bei Bayern München sei es unglaublich gewesen, sagte Guardiola: „Aber Liverpool ist der größte Rivale in diesem Land gewesen und ganz besonders Jürgen. Es könnte nicht besser sein. Das Schicksal und das Universum haben so entschieden.“

Seit Mitte 2016 trainiert Guardiola Manchester City. Sechsmal gewann seine Mannschaft den Meistertitel, 2020 unterbrochen vom Triumph der Reds unter Klopp. Der 58-jährige Deutsche arbeitet nun als globaler Fußballchef für Red Bull. Guardiolas Vertrag in Manchester ist bis Ende Juni 2027 gültig. Durch Klopp sei ihm vermittelt worden, wie viel er nachdenken und arbeiten und tun müsse, um besser zu werden, betonte Guardiola. Britischen Berichten zufolge gewann der Spanier 715 der bisher 999 Spiele als Trainer seit seinem Engagement bei der B-Mannschaft Barcelonas.

Liverpool wieder im Aufwind?

Zurück zu Liverpool, das nach einer längeren Durststrecke wieder in Form zu kommen scheint. Indiz dafür ist der 1:0-Erfolg am Dienstag gegen Real Madrid. „Unser Hauptaugenmerk liegt derzeit auf Konstanz“, meinte Slot und fügte lachend an: „Wir waren konstant, aber wir haben konstant verloren. Das war nicht die Idee.“ Weiter fehlen werden Reds-Goalie Alisson sowie Jeremie Frimpong. Ob Alexander Isak nach Verletzung wieder zurückkehrt, ist fraglich. Slot streute derweil seinem Gegenüber Rosen. „Was ich an Pep Guardiolas Teams mag, ist, dass man in zehn von zehn Fällen das bekommt, was man sich erhofft - ein großartiges Fußballspiel ohne Zeitverschwendung.“