Es war erst der erste Spieltag der Champions League – aber kaum zwölf Stunden nach dem Anpfiff der Meisterliga hat das Trainerbeben schon eingesetzt: Zunächst gab RB Leipzig die Entlassung von Domenico Tedesco bekannt. Und kaum eine Stunde später wurde bekannt, dass auch der FC Chelsea, Gegner des FC Salzburg, sich von Thomas Tuchel verabschiedet. Beider Klubs – Leipzig wie Chelsea – hatten am Abend davor bittere Niederlagen einstecken müssen bzw. überzeugten bisher auch in der Meisterschaft nicht.

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Thomas Tuchel
© APA/AFP/DENIS LOVROVIC

Chelsea ist in der Meisterschaft auf Rang sechs, musste sich aber sowohl dem FC Southampton (1:2) bzw. Leeds (0:3) geschlagen geben. Die 0:1-Niederlage bei "Underdog" Dinamo Zagreb am Dienstag dürfte dann zu viel gewesen sein: Der Deutsche, immerhin vor zwei Jahren zum Champions-League-Titel geführt hatte, war offenbar nicht mehr gut genug. "Im Namen aller Mitglieder des FC Chelsea möchte der Verein Thomas und seinen Mitarbeitern für alle ihre Bemühungen während ihrer Zeit beim Klub danken. Thomas wird zu Recht einen Platz in der Chelsea-Historie einnehmen, er hat die Champions League, den europäischen Supercup und die Klub-WM gewonnen", hieß es in einer kurzen Pressemitteilung des Klubs. "Die neuen Besitzer nähern sich 100 Tagen im Amt und glauben, dass es nun an der Zeit für einen Wechsel ist."

Salzburg muss in der dritten Runde des Champions League in zwei Wochen nach London an die Stamford Bridge – bis dahin wird es jedenfalls schon einen neuen Trainer geben.

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"Wir haben eine Gesamtverantwortung für RB Leipzig und wollen unsere Ziele erreichen. Daher sind wir in der Gesamtabwägung zu dem Schluss gekommen, dass wir einen neuen Impuls benötigen", sagte Geschäftsführer Oliver Mintzlaff in einer Vereinsmitteilung. Die Entscheidung sei ihm sehr schwergefallen. Ein Nachfolger steht noch nicht fest, einen Favoriten für den Posten gibt es aber sehr wohl: Marco Rose, Ex-Salzburg-, dann Mönchengladbach- und Dortmund-Trainer, ist gebürtiger Leipziger, seine Familie wohnt nach wie vor in der Stadt. Und Rose ist mit dem Red-Bull-Fußball bestens vertraut.

Tedesco muss nur 109 Tage nach dem Sieg im DFB-Pokal seine Koffer packen. Dem 36-Jährigen, der erst im Dezember als Nachfolger von Jesse Marsch verpflichtet worden war, wurde der Abwärtstrend in der Liga mit nur fünf Punkten aus den ersten fünf Spielen sowie das blamable 1:4 in der Champions League gegen Schachtar Donezk zum Verhängnis. Für Tedesco wiederholen sich praktisch die Ereignisse. Schon bei Schalke 04 – seinem vor Leipzig letzten Engagement in Deutschland – war er im März 2018 nach einer Niederlage in der Königsklasse freigestellt worden.