"Das war eine desolate Leistung. Um hier bestehen zu können, braucht man Kerle. Was wir aber auf dem Platz gehabt haben, waren Waschlappen." Sagte Altach-Trainer Manfred Bender nach der 1:4-Niederlage in Salzburg am 11. August. Seine Kicker haben sich diese Worte wohl zum Herzen genommen. Aus den damaligen Waschlappen sind echte Kerle geworden. Kerle, die weder sich noch die Gegner schonen. Und das wirkt sich auch auf das "Kartenspiel" der Schiedsrichter aus.

Böse Buben. Altacher sind die "bösesten Buben" der Liga. Mit 57 Karten, davon 54 in Gelb, zwei in Gelb-Rot und eine in Rot gehalten, liegt die Bender-Truppe nach 19 Bundesliga-Runden auf dem letzten Platz der Fairness-Wertung. Kai Schoppitsch' Lieblingsfarbe dürfte Gelb sein. Bereits neun Mal bekam er den Karton in Gelb zu sehen, gefolgt von Manuel Schmid (sechs Mal Gelb einmal Gelb-Rot). Mit der gesunden Härte ist Altach sportlich auf die Erfolgsstraße zurückgekehrt. In den vergangenen sieben Spielen setzte es keine Niederlage.

Brave Grazer Aber auch Sturm blickt auf eine kleine Serie zurück. Eine Niederlage in den vergangenen acht Partien, die letzten vier Runden keine Gegentor erhalten. Und das alles ganz "brav". Lediglich 33 Mal zückten die Schiedsrichter Gelb. Einmal - und zwar in der vergangenen Partie in Ried - sah Thomas Krammer Gelb-Rot. Das war's. Zwei Sturm-Spieler sind Karten-technisch gänzlich unbelastet. Mario Kienzl absolvierte 13 Spiele ohne Verwarnung und man höre und staune: Verteidiger Sebastian Prödl, der am Samstag nach sechs Wochen verletzungsbedingter Pause sein Comeback gibt, schaffte es in elf Begegnungen keine Bekannschaft mit den Unparteiischen zu machen.

Vorgewarnt. "Ich brauche eben keine Fouls zu machen, um den Ball zu erwischen", meint der baumlange Teamspieler lächelnd um dann doch zuzugeben: "Man braucht natürlich schon ein bisschen Glück." Vor dem Gegner Altach warnt Prödl: "Sie sind besser als ihr Tabellenplatz. Mit unseren tollen Fans im Rücken sollten wir dennoch die drei Punkte holen."