"Das Finale heißt Sturm gegen Kapfenberg"

Die Derby-Wette gilt. Der Verlierer des heutigen (18:30 Uhr) Duells Sturm gegen Kapfenberg wird im nächsten Derby das Outfit wechseln. Franco Foda und Werner Gregoritsch fanden beim Besuch in der Kleinen Zeitung ehrliche Worte.

 

Vor dem Frühjahrs-Start baten wir Sturm-Trainer Franco Foda und KSV-Coach zu einem Stichwort-Dribbling. Einige Aussagen waren hart, aber fair.

Bettelverbot

WERNER GREGORITSCH: Ich bin gegen das Bettelverbot, wenn es Menschen betrifft, die es wirklich brauchen. Aber Kinder organisiert zu benutzen, damit sie zu Geld kommen. Das geht gar nicht. Wenn solche Dinge Überhand nehmen ist das ein Zeichen, dass irgendwas in unserem System nicht passt.

FRANCO FODA: Werner hat alles gesagt.

Cup-Sieg

FODA: Wir werden probieren, den Titel zu verteidigen.

GREGORITSCH: Das Finale heißt Sturm gegen Kapfenberg, der Sieger heißt Kapfenberg. Das wäre mein Traum. Dann würde ich Sturm den Meistertitel vergönnen. Ich hab's Franco im vorigen Jahr vorausgesagt. Aber heuer spüre ich, dass wir an der Reihe wären.

FODA: Sollten wir Meister werden und Kapfenberg mit uns im Finale stehen, dann gewinnt er sowieso. Weil meine Spieler bis zum Cup-Finale sicherlich unterwegs sein werden.

Schwule Fußballer

GREGORITSCH: Prinzipiell bin ich sehr konservativ erzogen. In bin ein sexuell freizügiger Mensch gewesen in meiner Jugend dem weiblichen Geschlecht nicht abgeneigt, seit 20 Jahren nur noch meiner Frau verbunden. Für mich wäre so etwas undenkbar. Für mich selbst ist es etwas Unnatürliches. Aber ich akzeptiere, diese Menschen wenn sie es ohne Zwang machen. Mir selbst ist es nicht angenehm. Für einen Spieler wäre es sehr schwierig. Ich kann mir vorstellen, was in fremden Stadien passiert, wenn sich jemand outen würde.

FODA: Ich bin 25 Jahre im Geschäft und war mit so einer Situation noch nie konfrontiert. Man muss akzeptieren, wenn jemand in diese sexuelle Richtung tendiert.

Macho

GREGORITSCH: Ich habe oft gehört, dass ich einer bin. Meine Frau hat mich sehr zähmen können. Männlichkeit ist doch nichts Schlechtes. Mir ist das Wort Macho lieber als das Wort Schwuler. Ich weiß, jetzt kommen Mails von der Schwulen-Kommission, aber ich stehe dazu.

FODA: Man muss "Macho" erst definieren. Wenn man zu Hause nicht Staub saugt, ist man dann ein Macho? Dann sind wir wohl alle Machos. Ich glaub, ich bin kein Macho.

Hausarbeit

GREGORITSCH: Hmm. Ich sag ja, ich bin sehr konservativ erzogen worden. Ich wäre nicht 20 Jahre verheiratet, wenn meine Frau die Aufteilung zu Hause nicht akzeptieren würde. In unserer Familie ist dies nicht meine Aufgabe.

FODA: Wenn es sein müsste, würde ich es machen. Ich bin nicht einer, der sagt, ich mag gar nix. Ich bin im Mai 25 Jahre verheiratet, feiere silberne Hochzeit - also muss ich mehr richtig als falsch gemacht haben.

GREGORITSCH: Ja, so ist es.

Derby

FODA: Solche Spiele machen die Würze aus. Es gibt immer Emotionen, die Leute freuen sich auf dieses Spiel. Und der gegnerische Trainer will ja unbedingt immer gegen Sturm gewinnen. Für uns wäre ein guter Frühjahrsstart wichtig.

GREGORITSCH: Für mich ist Sturm immer ein Reizthema. Das sind die besonderen Spiele. Wir haben einige Grazer in der Mannschaft, und die brennen natürlich auf das Derby. Ich habe einen großen Drang, dass ich meinen Kollegen nach dem Spiel an meine Brust drücken kann und er mir gratulieren darf.

Tanzkurs

FODA: Ich hab' noch nie einen Tanzkurs absolviert und lebe immer noch. Meine Frau tanzt gerne. Deshalb muss ich zum 25. Hochzeitstag überlegen, nicht doch einen Kurs zu machen.

GREGORITSCH: Ich habe in meinen jungen, sündigen Jahren als Seminarist einen Tanzkurs belegt. Von den zwölf Stunden hab ich acht im Kleiderkammerl verbracht, um mit jemandem gewisse Dinge zu besprechen. Meine besten Darbietungen als Tänzer sind oft im Promille-Bereich passiert. Generell sind Fußballer keine guten Tänzer. Mein Sohn ist allerdings als Fußballer talentiert und auch tänzerisch gut veranlagt. Der macht viele Dinge nüchtern, die ich nur im alkoholisierten Zustand geschafft habe.

Jahresmeisterschaft

GREGORITSCH: Die FIFA hat einen Geheimplan. Eine Kommission soll mit der Planung von Jahresmeisterschaften in allen europäischen Ländern beschäftigt sein. Eine Jahresmeisterschaft ist dann sinnvoll, wenn es für die Vorbereitung und die Fitness für die Spieler Sinn macht.

FODA: Man muss eine Arbeitsgruppe installieren, die ein strategisches Konzept mit allen vor- und Nachteilen ausarbeitet. In dieser Arbeitsgruppe müssen Fachleute sitzen, nicht Hundertjährige.

Modemuffel

FODA: Das bin ich nicht.

GREGORITSCH: Mich hat man als schlechtest angezogenen Trainer tituliert, aber mir ist das wurscht. Seit etwa zwölf Jahren bringt mir meine Frau neue Sachen nach Hause. Ich bin sehr sparsam, weil mein Wirtschaftsgeld limitiert ist. Kompliment an Herrn Foda, einer der best angezogenen Trainer mit allem Drum und Dran. Wenn ich ihn sehe, denke ich immer: sei du nur so fesch angezogen, ich will die Punkte haben. Ich bin kein Schal-Träger, das passt mir nicht.

FODA: Gute Mode muss nicht teuer sein. Ich gehe ein, zwei mal im Jahr mit meiner Frau einkaufen und kleide mich dementsprechend ein. Ich habe mir als Spieler immer geschworen, dass ich nie mit einem Trainingsanzug an der Linie stehe.

Derby-Wette

Ein Vorschlag meine Herren: Der Verlierer des heutigen Spiels steht im nächsten Derby mit Trainingsanzug (Foda) bzw. Anzug (Gregoritsch) an der Linie.

FODA: Okay, das mache ich.

GREGORITSCH: Und wer kauft mir den Armani-Anzug? Ich bin dabei.

Nationalteam

FODA: Das Nationalteam hat sehr gute Perspektiven. Es gibt viele junge Spieler, die vor allem spielen. Ich glaube, da wächst eine ganz gute Generation heran. Man muss aber etwas Geduld haben. Ich denke, dass sich in den nächsten zwei, drei Jahren etwas entwickeln kann.

GREGORITSCH: Die vor zwölf, 15 Jahren in Österreich begonnene Nachwuchsarbeit trägt Früchte. Meiner Meinung nach geben auch die Legionäre, die spielen, das Leistungsbild einer Nationalmannschaft ab. Da kann etwas entstehen.

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