Der Bauernschnapser zählt zu den Klassikern bei Hüttenabenden. Am Ende muss dabei nicht immer die beste Hand gewinnen. Sondern: Wer liest seinen Gegner am besten, wer bleibt geduldig, um seine Trümpfe gezielt auszuspielen. So ähnlich gestaltet sich manchmal eine Play-off-Serie. Der lange Atem ist entscheidend und hier hat der KAC im vierten Duell mit Pustertal bewiesen, warum er in solchen Phasen nur schwer zu biegen ist. Einen Nadelstich nach dem anderen setzten die Rotjacken beim 4:1-Sieg. Nicht einzig und allein mit Toren, aber auch.
Ein ungleich dominanter rot-weißer Auftritt drängte die Südtiroler in ihrer Heimstätte früh zurück, schnürte sie in der eigenen Zone förmlich ein. Der Puck zirkulierte durch die Reihen der leichtfüßigen Rotjacken. Ohne Scheibenbesitz gaben sie keinen Millimeter nach. Pustertal-Keeper Eddie Pasquale, zuletzt ausgewechselt, wirkte anfangs nicht sattelfest. Ein Clark-Schuss kullerte unter ihm heraus, KAC-Stürmer Matt Fraser schaltete schnell und sorgte für das 1:0. Und auch das 2:0 zeugte von Siegeswillen. Pustertal entschärfte vermeintlich die Situation, aber Jesper Jensen Aabo störte entscheidend im Spielaufbau und Nick Pastujov zog eiskalt ab.
Die Südtiroler reagierten, bäumten sich auf. Und sogar in dieser Phase, als der KAC mit kompakter Defensivarbeit glänzte (geblockte Schüsse, kompromisslose Checks), wurden die Hausherren zu einem „Icing“ gezwungen. Und exakt da bewies Nick Petersen, wie wertvoll er für die Rotjacken ist. Der Torjäger fing einen Pass ab, zog davon und bezwang Pasquale (34.). Ein Flüchtigkeitsfehler? Petersen und Co. blieben am Eis, Pustertal brachte seine Top-Formation und konnte durch Akeson nur wenige Sekunden später verkürzen.
Doch die KAC-Strategen Furey/Fischer bewiesen noch im zweiten Abschnitt ihr Gespür. Ein Bully fünf Sekunden vor Ende des Mittelabschnitts: Petersen auf der blauen Linie platziert. Prompt wurde ihm die Scheibe serviert, prompt zappelte der Puck neuerlich in den Maschen. Damit war der letzte Widerstand gebrochen. Auch weil die Rotjacken ihren Vorsprung staubtrocken von der Uhr spielten. Damit hat der KAC nun alle Trümpfe in der Hand, bereits am Dienstag Salzburg ins Halbfinale zu folgen.