Der Puck zappelte in den vergangenen Tagen bereits wieder einige Male im Netz. Zumindest im Training. Nick Bailen und Nico Brunner drehten am Tag zwischen Viertelfinals-Spiel zwei am Donnerstag und Spiel drei heute (18.30 Uhr) daheim gegen den VSV fleißig ihre Runden auf dem Grazer Eis, trainierten voll mit. Ob die Scoring-Maschine Bailen heute tatsächlich das Comeback nach fast zwei Monaten Verletzungspause gibt, wollte Trainer Dan Lacroix noch offen lassen. Auch die Rückkehr von Brunner ist zeitlich noch nicht festgelegt. „Wir wollen kein Risiko eingehen“, sagt Sportdirektor Philipp Pinter. Das 5:1 in Kärnten war „enorm wichtig“, nun könne man mit dem Einsatz der rekonvaleszenten Akteure eventuell noch ein wenig zuwarten.

Kaum erwarten können die Fans das zweite Heimspiel im Play-off. Das Eisstadion wird einmal mehr ausverkauft sein. 4126 Besucher sind heute Abend live dabei und sorgen damit zum vierten Mal hintereinander für eine volle Hütte. Das hat es in der Klubgeschichte der 99ers noch nie gegeben. Übermütig möchte man im Lager der Steirer nicht sein. Man ist sich bewusst, dass man die Tür zum Halbfinale zwar weit aufgestoßen habe, aber: „Wir schauen von Spiel zu Spiel“, füttert Paul Huber das Phrasenschwein. Der Angreifer war es, der in Villach in der 41. Minute den Bann gebrochen und die Gäste in Führung gebracht hat.

Graz-Topscorer Lukas Haudum ordnet die Stimmung irgendwo in der Mitte ein. „Not too low, not too high“, packt der Oberösterreicher sein „Rennenglisch“ aus. Vor den angeschlagenen Villachern warnt jedenfalls jeder, der es mit den 99ers hält. Denn das erste Heimspiel sowie die ersten zwei Drittel in Spiel zwei haben gezeigt, wie stark die Kärntner wirklich sind. Dass sie dennoch zwei Mal als Verlierer vom Eis gingen, „ist natürlich auch in ihren Köpfen drinnen“, sagt Haudum. Trotzdem: Die 99ers-Geschichte zeigt, dass ein 2:0-Serienvorsprung nicht immer den Aufstieg bedeutet. In der Vorsaison gewannen die Grazer die ersten beiden Spiele im Viertelfinale gegen Linz, am Ende setzten sich die Black Wings bekanntlich in sieben Spielen durch. 2010 führte man als Grunddurchgangssieger im Viertelfinale gegen Zagreb 2:0 und verlor noch 2:4.

Zurücklehnen dürfen sich die 99ers also nicht. Das vielzitierte Momentum soll aufseiten der Grazer bleiben. Damit nicht nur der sportliche Erfolg eintritt, sondern auch das Publikum weiter unterhalten und die Ausverkauft-Serie weitergehen kann.