Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

AnalyseUnbekannter Klaus Hartmann überraschte seinen Gegner

Die Palastrevolution ist bei der ÖEHV-Generalversammlung der Gruppe um Klaus Hartmann geglückt. Der Urnengang soll allerdings noch angefochten werden.

Klaus Hartmann ist der neue Präsident, den so gut wie niemand kenne © Raunig
 

Die Generalversammlung bzw. ÖEHV-Präsidentenwahl warf bereits im Vorfeld ihre Schatten voraus. In den letzten Wochen wurde von beiden zum Urnengang angetretenen Seiten viel Schmutzwäsche gewaschen. Akribisch gingen die Parteien auf Stimmenfang, ein regelrechter Wettkampf um die (Abstimmungs-)Vollmachten anderer Vereine begann. So hatte beispielsweise Martin Kogler das Stimmrecht von den Black Wings Linz erhalten.

Während der Versammlung am Samstag in Villach gingen die Wogen hoch, tiefe Gräben wurden aufgerissen. Phasenweise wurde es derart emotional, dass sogar Ehrenpräsident Dieter Kalt das Wort an sich riss und mehr Sachlichkeit einmahnte. Am Ende konnte sich die Opposition mit 133 zu 121 Stimmen durchsetzen und die Palastrevolution fand statt. Das hatte mehrere Gründe. Die Verlierer waren sich ihrer Wiederwahl zu sicher. Zukunftskonzepte fehlten, viel zu spät kam die Wahlmaschinerie in die Gänge. Natürlich setzten Neo-Präsident Klaus Hartmann, den zuvor so gut wie niemand kannte, auf den Überraschungseffekt, daher wurde der Wahlvorschlag auch erst zwei Wochen vor der Wahl eingereicht.

Großer Kritikpunkt waren zum einen die Kosten, die Teamchef und Sportdirektor Roger Bader phasenweise verursachte. Ein unnötiges Sommer-Teamcamp um 30.000 Euro. Während der U20-B-WM flog der Schweizer gleich zweimal nach Minsk, auch sein Trip zu den beiden NHL-Österreichern wurde kritisiert. Auf der anderen Seite mussten Spieler der U14-Auswahl für Turniere einen Selbstbehalt zahlen. Ein Fördermodell wie das „Fünf-Sterne-Programm“ in Deutschland wurde nie umgesetzt.

Fest steht, dass die Ära Gernot Mittendorfer nach nur einer Amtszeit vorüber ist, Hartmann übernimmt mit sofortiger Wirkung und wird nun innerhalb der österreichischen Eishockey-Familie einmal die Wogen glätten müssen. Peter Wimmer (EC Wels) gab im Auftrag des oberösterreichischen Landesverbandes zwar bereits nach der Wahl bekannt, aufgrund eines Formalfehlers, die Wahl anfechten zu wollen. Die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung des Urnengangs ist jedoch eher gering.

Der neue Vorstand wird an seinen Taten gemessen werden und vor allem daran, ob man den angekündigten Strukturwandel (Herabsenkung der Lizenzgebühren, Einsetzung von mehreren Gremien, Erweiterung des Vorstandes) auch wirklich in die Tat umsetzen können wird. Völlig offen ist, mit welcher Marschrichtung in die Verhandlungen um einen neuen Kooperationsvertrag mit der (Ex)-EBEL gegangen und was mit den beiden Personalien Christian Hartl (Generalsekretär) und Teamchef Bader passieren wird.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren