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CoronavirusSpitzensport, Freizeitsport, Geisterspiele - So geht es im Sport weiter

Spitzensportler können wahrscheinlich ab 20. April wieder das Training voll aufnehmen. Ab 1. Mai könnte der Breitensport wieder in die Gänge kommen.

Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler
Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler © APA/HELMUT FOHRINGER
 

Mit Spannung wurde die Pressekonferenz von Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler erwartet, denn das große Thema war der Sport und mögliche Lockerungen in den Beschränkungen. Nach Angabe von Kogler soll der Freizeitsport ab 1. Mai wieder Fahrt aufnehmen.

Eine detaillierte Liste, welche Sportarten davon betroffen sind, folgt noch. Sie würde sich aber vom Hausverstand ableiten lassen. Geöffnet werden sollen etwa Anlagen für Leichtathletik, Tennis, Golf, Pferdesport, Bogenschießen, Schießstätten oder Segelfliegen. "Die Bundesregierung wird nicht jeden Quadratzentimeter im sportlichen Leben regeln und laden die Fachverbände Empfehlungen abzugeben", sagt Kogler. Das Gesundheitsministerium wird letztlich aber die Entscheidung treffen, welche Anlagen ausgenommen werden.

Fitnessstudios werden für die Allgemeinheit wohl noch länger gesperrt bleiben. Noch keine Regelung gibt es bei den Schwimmern - auch ein Aufsperren der Bäder am 1. Mai ist "mit Sicherheit" nicht zu erwarten. Aber der Sommer muss als "Badesommer" noch nicht verloren gelten.

Laufen und Radfahren

Der Vizekanzler wies darauf hin, dass sich die Menschen beim Laufen oder Radfahren auch an Empfehlungen zum Mindestabstand halten sollen. "Bei einem Abstand von 1,5 Meter zischen zwei stehenden Menschen ist es nicht unlogisch, dass beim Laufen in der Reihe (Anm: hintereinander) ein größerer Abstand einzuhalten ist." Hierzu führte Kogler auch eine internationale Studie an. Die Empfehlung: Bei schnellem Gehen liegt auf 4 bis 5 Meter Abstand hintereinander zu Halten und schnellem Laufen auf 10 Metern. Fahrradfahren (30 km/h) auf 20 Meter. Kogler weist auf die Möglichkeit hin, dass seitlicher Abstand die Distanz nach hinten "logischerweise" verringert und bitte auch, Überholmanövern rechtzeitig einzuleiten. Risikosportarten wie Skitouren gehen sollen eingestellt werden, andere wie Mountainbiken mit möglich geringem Risiko (Wahl der Route) ausgeführt werden.

>>>ZUR BELGISCHEN STUDIE<<<

Spitzensportler

Ab 20. April sollte eine Sonderregelung für Spitzensportler in Kraft treten, die Regelt, dass diese wieder das gewohnte Training aufnehmen können. Dabei handelt es sich um jene Personen, die ihren Sport beruflich ausüben, daraus ihr Gehalt lukrieren und an international hochklassig Bewerben teilgenommen haben oder sich für solche vorbereiten. Unter anderem sind 300 Heeressportler gelistet inkludiert, im ÖSV sind es etwa 150. In Summe sind ohne Spitzenfußballer rund 600 Athleten von dieser Sonderregelung betroffen. Sie sind vom Betretungsverbot auch Indoor (Mindestabstand 2 Meter und 20 Quadratmeter pro Person) ausgenommen.

Aus den Erfahrungen mit den Spitzensportlern können folglich weiter Schritte für die Breite abgeleitet werden.

Mögliche Geisterspiele

Ein Thema waren auch die möglichen Geisterspiele in der Bundesliga und da bezieht sich die Möglichkeit rein auf die oberste Liga und das ohne Zuseher. Dabei ginge es um die gesellschaftliche Wertigkeit durch mögliche TV-Übertragungen. Die Regierung wolle das ermöglichen und Geisterspielen "nicht im Wege" stehen. Synchron zu Deutschland müssten in der kürzestmöglichen Zeit (max. 48 Stunden) Virus-Nachweistests für alle Sportler und Betreuer durchgeführt werden. Bundesliga wäre für die Diagnostik verantwortlich. Ein Training mit Kleingruppen wie bei den Spitzensportlern wahrscheinlich ab 20. April möglich.  

Ob und wie es in der Bundesliga weitergeht, liegt aber in der Entscheidungsgewalt der Bundesliga.

>>>Tag der Entscheidung im Fußball<<<

Auch bei einem möglichen Grand Prix von Spielberg wolle die Regierung nicht im Wege stehen. "Auch da wären die Mindestabstände mögliche", sagt Kogler, der auch Gespräche mit Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Helmut Marko einräumt. "Wir übermitteln allen Verbänden die geltenden Regeln." In der Formel 1 würden weniger die Abstände das Problem sein, sondern eher die Anzahl aller Beteiligten sowie die Ein- und Ausreise-Modalitäten. Sondergenehmigungen, mögliche Quarantänen oder Tests können da eine Möglichkeit sein. "Die strengen Einreisebestimmungen werden so bleiben", bestätigte Innenminister Karl Nehammer.

Fitness-Studios: Bitte warten

In Bezug auf die Fitness-Studios ist noch Warten angesagt. Kogler zeigte großes Verständnis für die Nöte dieser Betriebe, die ja meist größere Wirtschaftsbetriebe "und keine kleinen Quetschen" sind. Allerdings seien halt auch die Umstände, unter denen dort Sport betrieben werde, schwierig.

Vorstellbar sei zum Beispiel, dass die Vorschriften, die für den Indoor-Spitzensport erarbeitet werden, auch auf Fitness-Studios umgelegt werden, aber die Frage sei dann, ob unter diesen Bedingungen (Raumgröße, Luftkubatur, etc) die Studios auch wirtschaftlich zu betreiben seien.

Bäder bleiben geschlossen

Bäder könnten mit Sicherheit noch nicht am 1. Mai aufsperren, so Kogler. Am Schwimmen in einem See werde man keinen hindern, aber es gehe vor allem um die Regelung der Menschenströme an Ufern und in Bädern. Er hoffe, dass die Öffnung der Bäder möglichst bald möglich sei "und der Badesommer noch nicht verloren ist".

Für weitere Indoor-Sportmöglichkeiten gebe noch keine Termine und Bedingungen. Eine besondere Herausforderung sei auch der Sport für und mit Kindern, da es hier schwierig sei, die Abstandsregeln zu wahren.

Klar ist der Regierung mit Kogler und Nehammer, dass viele Vereine und Sportorganisationen in finanzielle Nöte kommen. Hier gebe es bereits Fördermöglichkeiten und würden noch neue Fonds geschaffen.

Kommentare (23)

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HSterbenz
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Segelfliegen...?

... ernsthaft, jetzt???
Wer entscheidet, welche Sportarten explizit erwähnt werden?
Und..
.. wie weit verbreitet ist Segelfliegen in Österreich - im Promillebereich?
Und...
... Segelfliegen ist anscheinend kein Risikosport, aber Wassersport war vor kurzem noch im Kontext mit angedrohten Seesperren in Diskussion...

voit60
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Amateurfussballer

sollen die und all die Jugend mit dem Sport aufhören, weil 0,33 Prozent deer Bevölkerung erkrankt ist? Schon mal an die Folgeschäden gedacht? Der Verlauf bei Jungen ist in den meisten Fällen doch ziemlich harmlos.

voit60
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Amateurfussballer

sollen die und all die Jugend mit dem Sport aufhören, weil 0,33 Prozent deer Bevölkerung erkrankt ist? Schon mal an die Folgeschäden gedacht? Der Verlauf bei Jungen ist in den meisten Fällen doch ziemlich harmlos.

notokey
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Eventspektakel

Ich finde es super, dass man uns "verboten" hat (bzw. hat man an unsere Vernunft appelliert!) Ostern mit unseren gesunden Verwandten zu feiern (auf den Straßen wird man kontrolliert ob man im gemeinsamen Haushalt lebt!) und dann überlegt man doch tatsächlich 6 Wochen später um die Wirtschaft anzukurbeln eine Veranstaltung am Ring mit mind. 4000 Personen abzuhalten? Und der Abstand? Das schau ich mir beim Reifenwechsel aber dann genau an im Fernsehen! In Stresssituationen ist ganz sicher das letzte woran man denkt der Abstand!

wkarne2
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Amateur Fußball

Auch wenn die Meisterschaft gestrichen wird, ab wann darf man zumindestens wieder trainieren?
Auch hier muss eine Lösung her, ansonsten wird es den Amateur Fußball nicht mehr geben.

halelale
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ja was will der Fussball denn noch?

jetzt wird hier schon bei den profis bevorzugt noch und nöcher und dann kommt so eine saga.
Was ist mit den Handballer, Basketballern, Footballern, Ultimate Frisbeespielern, Volleyballern, etc. Da stehen die höchsten Spielklassen.

michael787
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Gebe halelaje völlig Recht

Der Fußball bekommt viel mehr Zugeständnisse als alle anderen Sportarten. Was ist etwa mit Volleyball? Da gibt es noch viel weniger Körperkontakt als beim Fußball, aber Volleyball wieder zu erlauben, fällt keinem ein. Da steht zu wenig Geld dahinter. Auch die Basketballer würden gern wieder spielen. Auch ihnen fehlt die Lobby. Handball detto. Genau so, wie der Fußball die Fördermillionen nachgeschmissen bekommt, während in anderen Sportarten die Vereine im jeden Euro betteln müssen, so herrscht auch hier Ungleichgewicht. Und dan wollen die Fußballer noch unzufrieden sein??

Mezgolits
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Steuergeld für Geisterkämpfe?

Ich meine: Jetzt ist die Zeit gekommen, für das
Ende der Fußball-Kämpfe = mit größtmöglich-
er, regelkonformer Sportlich- oder Unsportlich-
keit wird versucht, dem Gegner oder Gegnerin:
Das Schlechtestmögliche zuzufügen - anstatt
BESTMÖGLICH zusammen zu arbeiten.
Erfinder Stefan Mezgolits Draßburg

Mein Graz
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@Mezgolits

Ich interessiere mich nicht besonders für Fußball.
Trotzdem weiß ich, dass deine Beschreibung dieses Sports keinesfalls dem entspricht was geleistet wird.

Beim Fußball geht es wohl eher darum, in einer Gruppe, die gemeinsam gegen eine andere antritt, gemeinsam etwas zu erreichen. Und das mit Fairness!
Dass es trotzdem manchmal zu unfairem Verhalten führt liegt nicht an der Sportart - denn das kommt bei jedem Mannschaftssport vor.

Mezgolits
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Vielen Dank - mein lieber Grazer

Ich meine, bei den Fußball-Kämpfen, geht es
wohl eher darum, in einer Gruppe, die gemein-
sam GEGEN die andere KÄMPFT = Zweikämpfe,
zu gewinnen = wie die Gladiatoren - anstatt ge-
meinsam, bestmöglich zusammen zu arbeiten:
So wie bei den Feuerwehrleistungsbewerben
in Bronze und Silber = GEMEINSAM gegen das
angenommene Feuer: Regelkonform in der
kürzestmöglichen Zeit aber niemals Gruppe
gegen Gruppe. Erfinder Mezgolits Draßburg

BRDVKS
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Bitte

bleiben Sie bei Ihren Erfindungen und lassen Sie das mit dem Sport. Davon haben Sie anscheinend keine Ahnung

Mezgolits
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Bitte - entschuldigen Sie meine späte Antwort:

Ich bleibe bei meiner erteilten Erfindung aber
viele Verbesserungen sind ebenfalls überfällig.
Gott sei Dank, konnte ich mit unserer Wettbe-
werbsgruppe in den Jahren 1984 + 1985 + 1987
+ 1988 = 4 Mal burgenländischer Feuerwehr
Landessieger um das Leistungsabzeichen in
Bronze und Silber werden. Erfinder Mezgolits

X22
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Fitness-Studios: Bitte warten

Ganz verstehe ich deren wirtschaftliche Not nicht, vielleicht weiß das jemand besser als ich. Nach meinen Wissen verkaufen die ja Langzeitabos, also werden sie für die zu erbringende Leistung im Voraus bezahlt, haben die auch andere Einnahmen, von denen ihr Überleben abhängig ist.

Trieblhe
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@x22

Die Regel sind monatliche Beiträge, die aber während der Corona Schließdauer von den Mitgliedern grundsätzlich nicht zu leisten sind. Daraus ergibt sich logischerweise natürlich eine gewisse wirtschaftliche Notlage.

SagServus
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...

Muss man das Jahresabo wirklich sofort zahlen oder monatlich?

Aber selbst wenn man das Jahresabo komplett im voraus zahlen muss, ändert sich für das Fitnesscenter der Durchrechnungszeitraum.

Zumindest wenn man davon ausgeht, dass den Abonennten die ausgefallene Zeit gut geschrieben wird.

Wenn das Fitnesscenter also für 2 Monate zu sperrt und die 2 Monate den Abonennente gut schreibt, habens zwar Einnahmen für 12 Monate, aber Ausgaben für 14.

X22
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An das habe ich auch gedacht @sagservus

nur da wären wir rechtlich gesehen wieder beim Epidemiegesetz, das diese wirtschaftlichen Einbußen, die ja auf Grund behördlicher Einschränkung passieren, abgelten sollen.
Ob sich daraus eine wirkliche wirtschaftliche Not ergibt ist für mich fraglich, ich habe zwar kein Abo, würde ich eines haben, wäre ich ihnen meinem Fall nicht sicher ob ich diesen Abbucher aussetzen oder im Nachhinein einen Ersatzanspruch fordern würde.
Danke für die Antworten

tigeranddragon
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Bitte

lasst endlich die Kids kicken...

Morioka
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Es lebe der Sport!

Alle Nicht-Kontaktsportarten sollten erlaubt sein sofern die Regeln, die dem Schutz vor Ansteckung dienen, eingehalten werden können.

Fussball, Basketball, ... Ja! Es wäre schön wenn wieder Match-Übetragungen stattfinden können. Wenn jedoch da die Wirtschaft und die in Nöte geratenen Vereine im Vordergrund stehen, die Spieler somit einem Risiko der Ansteckung ausgesetzt sind, soll es lieber auf nächstes Jahr verschoben werden. Verzicht wird Niemanden umbringen, und die Spielerinnen und Spieler nicht UNNÖTIG durch Reisen und Kontakt gefährden. (Isolieren kann man sie schliesslich nicht ständig, Vor ud. Nach jedem Spiel ...).

Wo es um das überleben der grossen Vereine geht, so könnten sich die Spieler, die über die Jahre mehrere Millionen verdienten, wie auch die Stadion-Besitzer, Ticket-Agenturen, etc. an der Rettung mit kräftigen Summen beteiligen. Es wäre in jedes Einzelnen Interesse, die einen wollen überleben, die anderen weiter Geld am Sport, und die dritten mit selbigem.

Kleine Vereine müssen selbst mobilisieren, und können von den Fussballbegeisterten auf freiwilliger Basis unterstützt werden. Mit Steuergeldern braucht man da nicht anzufangen, dass wäre für Investition in Pflege, etc. besser aufgehoben.

fans61
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Jetzt mal im Ernst,

wen interessieren Spiele, welcher Art auch immer, ohne Stimmung, ohne Publikum?

Langweiliger wäre nur noch Rasenschach im Europapark ;-)

Morioka
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Alles hat seine Vor- und Nachteile

@fans61 Online ist es nie Dasselbe. Meiner guten Stimmung täte es keinen Abbruch, wenigstens einige Geister-Events vor dem Bildschirm/TV verfolgen zu können. Auch bereitet es mir keinerlei Schwierigkeit, mich mit Millionen Fans - die ebenfalls vor den Bildschirm gefesselt sind, verbunden zu fühlen.

Um einen Vergleich zu E-Sport Events zu ziehen, so sind auch dort im Normalfall die Hallen und Stadien brechend gefüllt; Wer nicht kann, ist auch da gezwungen es sich Online oder im TV zu Gemüte zu führen. Der Vorteil bei der Sache ist Einzig, das bei solchen 'Geister-Events' die Spieler nicht in Hallen oder Stadien anwesend sein müssen, und selbige ohne Gefahr auch weiterhin ausgetragen werden, und für klingelnde Kassen sorgen.

In beiden Fällen gibt es einen klaren Vorteil, nicht live im Stadion dabei zu sein: Man läuft nicht Gefahr, selbiges mit einem kaum kurierbarem Gehörschaden wieder zu verlassen, sobald das Match vorüber ist. ;-)

michael787
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@fans21

Schon mal dran gedacht, dass Sport in erster Linie für die Sportlerinnen und Sportler da ist? Sie betreiben ihren Sport nicht für die Zuseher, sondern für sich, für ihren Verein. Bei vielen Sportarten bzw Ligen gibt es kaum Zuschauer, aber die Sportler geben trotzdem ihr Bestes. Weil es sie selbst interessiert.

Hazel15
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Wen interessieren Spiele

Alle, die sich für Sport interessieren, und nicht für die Zuseher!!

michael787
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Es scheint hier viele zu geben,...

... die meinen, Sport sei für die Zuschauer da und habe nur dann eine Existenzberechtigung, wenn er vor Publikum ausgetragen wird. Dem muss ich energisch widersprechen. Wäre dem so, dann würde es wahrscheinlich außer Fußball nicht viele Sportarten geben. Moderner Fünfkampf, Footvolley, Innebandy, Lacrosse, etc. haben kaum Publikum, sind für die Beteiligten Sportlerinnen und Sportler aber alles andere als langweilig. Das hängt nicht von der Zahl der Zuschauer ab. Man betreibt Sport, weil man selbst Interesse daran hat. Wer das anders sieht, hat wahrscheinlich nie selbst Sport betrieben. Sport ist nicht fürs Publikum gedacht, sondern für jene, die den Sport ausüben.