Salzburgs Auftakt in die Klub-WM war einerseits erfolgreich und andererseits kurios. Erfolgreich, weil der mexikanische Gegner Pachuca 2:1 besiegt wurde. Oscar Gloukh (42.) und Karim Onisiwo (76.) erzielten die Tore für den Vizemeister. Kurios war die Partie, weil nach 54 Minuten aufgrund eines starken Gewitters für eineinhalb Stunden unterbrochen werden musste. „Das war alles nicht normal“, urteilte der erfolgreiche Salzburg-Joker Onisiwo.
Mit dem Auftaktsieg haben die Bullen die Chance auf das Überstehen der Gruppenphase am Leben gehalten. Die weiteren Gruppengegner heißen nämlich Real Madrid und al-Hilal. Die beiden trennten sich im Parallelspiel 1:1, sind aber beide über Salzburg einzuschätzen. Nur die ersten beiden jeder Gruppe steigen ins Achtelfinale auf. Die Salzburger brauchen dafür wohl zumindest einen weiteren Punkt. Durchaus angenehm: Für den Sieg sackt der Budget-König der österreichischen Bundesliga eine Prämie von zwei Millionen Dollar ein.
Ein Tormann ließ sein Talent aufblitzen
Zusätzlich zur Tabellenführung und der Prämie gibt es die Erkenntnis: Selbst wenn Alexander Schlager nicht zur Verfügung steht, haben die Salzburger nach dem Abgang von Janis Blaswich kein Tormannproblem. Christian Zawieschitzky, 18 Jahre alt und seit der U15 bei den Bullen, lieferte beim Debüt eine gute Leistung ab. „Ich bin sehr erleichtert, weil ich mir doch ein paar Gedanken vor dem Spiel gemacht habe. Ich bin dankbar, wie das Spiel geendet ist, auch wenn ich ein Tor gekriegt habe. Aber die Hauptsache ist, dass wir gewonnen haben“, sagt Zawieschitzky, der bisher einmal für Österreichs U21-Nationalteam spielte.
„Christian hat ein super Spiel gemacht. Er hat uns in der ersten Halbzeit in verschiedenen Situationen im Spiel gehalten“, war auch Trainer Thomas Letsch zufrieden. „Das ist auch sein Job als Torhüter, aber er war immer da, wenn es gebrannt hat.“ Gegen Salomon Rondon und Elias Montiel zeigte der Schlussmann starke Paraden und bewahrte sein Team vor einem Rückstand.
Die Nachricht gab es beim Frühstück
Dabei hat Zawieschitzky erst am Spieltag erfahren, dass er die Chance bekommt, das Tor der Salzburger zu hüten. Letsch hat offenbar ein Geheimnis daraus gemacht, ob Zawieschitzky oder Salko Hamzic, ebenfalls 18 Jahre alt, im Tor stehen werden. „Offiziell habe ich heute beim Frühstück erfahren, dass ich spielen werde. Da hat mich der Trainer kurz zur Seite genommen. Ich habe dann auf jeden Fall lachen müssen, wie ich wieder zu meinen Jungs zum Essen gegangen bin. Die haben schon gewusst, um was es geht und haben mir dann alle gratuliert“, erzählt Zawieschitzky, wie er über seinen Einsatz erfahren hat.
Nur bei einem gut getretenen Freistoß von Bryan Gonzalez zum zwischenzeitlichen Ausgleich hatte Zawieschitzky das Nachsehen. Die Salzburger Viererkette mit den drei Neuzugängen Stefan Lainer, Jacob Rasmussen, Frans Krätzig und dem 18-jährigen Joane Gadou muss sich offenbar erst finden und war nicht sattelfest. „„Wir haben in der ersten Halbzeit fußballerisch gut agiert, aber wir haben auch einiges zugelassen“, fasste Letsch zusammen. Nach dem Ausgleich, kurz nach der langen Gewitterunterbrechung, „hätte das Spiel auch kippen können. Das war eine heikle Situation. Umso mehr freut es mich, dass wir am Ende ein Tor mehr geschossen haben als der Gegner. Es war wichtig, gut ins Turnier zu starten.“