Im Rahmen eines erstinstanzlichen Prozesses gegen Hooligans von AC Milan und Inter Mailand sind am Dienstag zwei Ultras-Chefs zu zehn Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Den Verurteilten wurden Erpressung, Aufbau einer kriminellen Vereinigung, Körperverletzung und andere Verbrechen vorgeworfen.
Nachgewiesen wurden Verstrickungen zwischen den Mailänder Ultra-Gruppen und der Mafia, etwa beim Verkauf von Eintrittskarten oder im Drogenhandel, geht aus dem Prozess hervor. Hintergrund der Ermittlungen zum Fall war ein Mord in der Hooligan-Szene im vergangenen Jahr. Ein Anführer einer Ultra-Gruppierung des Meisters Inter Mailand, hatte eine tödliche Messerattacke auf einen weiteren Hooligan eingeräumt und angegeben, in Notwehr gehandelt zu haben.
Fehden unter Hooligan-Gruppen in Mailand sind keine Seltenheit
Das Opfer war ebenfalls Teil der Fanszene und laut Medienberichten zudem Mitglied einer der mächtigsten Familien der ‚Ndrangheta, der Mafia in der süditalienischen Region Kalabrien. Fehden unter rivalisierenden Hooligan-Gruppen in Mailand sind keine Seltenheit, dasselbe gilt für die Unterwanderung von Fangruppierungen durch die Mafia.
Der im Fall ermittelnde Staatsanwalt Paolo Storari ist spezialisiert auf das Gebiet der organisierten Kriminalität. Das erstinstanzliche Urteil, gegen das die Verurteilten Einspruch einreichen können, wurde in einem Schnellverfahren mit mehreren Strängen verhängt.