Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) geht einmal mehr bei der Suche nach einem Präsidenten durch diverse Wogen. Am 28. März hätte der vom Kärntner Landesverbandspräsidenten Martin Mutz geführte Wahlausschuss an sich eine Liste mit möglichen Kandidaten vorlegen sollen, das wurde aber auf 9. April verschoben. Einen der Kandidaten, die auf der nicht öffentlichen Liste zu finden waren, reicht es aber: Roland Schmid verzichtet auf eine weitere Kandidatur um das Amt des ÖFB-Chefs und zieht zurück. Das bestätigte der Wiener Unternehmer und Vizepräsident der Vienna in einem Interview mit dem „Kurier“. Und das mit drastischen Worten: „Ich werde sicher nicht Teil dieser Muppet-Show sein.“

Schmid, der vergangene Woche mit „Immounited“ eines seiner Unternehmen verkauft hat, erklärte in dem Gespräch weiter: „Verstehen Sie mich nicht falsch, es gibt auch konstruktive Mitglieder und Kräfte in diesem Gremium, aber die Mehrzahl der Mitglieder sind Besitzstandswahrer, die an einer positiven Entwicklung im österreichischen Fußball nicht interessiert sind. Ich hätte mir wirklich gut vorstellen können, den ÖFB jetzt auf eine nächste Stufe zu heben. Aber das ist für mich mit so einem Team jetzt undenkbar geworden. Ich bin jemand, der erschaffen, gestalten und verbessern will.“

Jeder externe Kandidat, der Veränderung wolle, werde „von der Mehrheit im Präsidium verhindert“, meinte Schmid, der schon bei den letzten Wahlen im Rennen war, da war der Kärntner Klaus Mitterdorfer gewählt worden. Und Schmid, der ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick auch für einen TV-Werbespot für seine Firma gebucht hatte, befürchtet angesichts der schwelenden Diskussionen auch, dass es Rangnick über kurz oder lang zu viel werden könnte: „Ralf Rangnick ist das Beste, was dem ÖFB passieren konnte. Und was machen die Herren im Präsidium? Sie versuchen ihn loszuwerden. Und ja, ich befürchte, es wird ihnen früher oder später gelingen“, meinte er. So oder so: Für ihn sei das Thema „ÖFB-Präsident“ jedenfalls erledigt: „Unter den aktuellen Voraussetzungen und mit diesen handelnden Personen definitiv“, sagte Schmid. Wer nun – nach dem bereits zuvor erfolgten Rückzug von Uniqa-Chef Kurt Svoboda – noch auf der Wahlliste steht, ist geheim. Dem Vernehmen nach aber gehören Hartberg-Präsidentin Brigitte Annerl, Sturm-Präsident Christian Jauk und Burgenlands Landesverbands-Präsident Johannes Wutzlhofer dazu.