In Linz geht für den TSV Hartberg der Grunddurchgang zu Ende. Gewinnt die Mannschaft von Trainer Manfred Schmid, ist es – rein nach Punkten – der zweitbeste der Vereinsgeschichte. „Das fühlt sich aktuell nicht so an“, sagt Kapitän Jürgen Heil. Der Rechtsverteidiger hat Vergleichswerte. Er ist seit der Regionalliga in Hartberg dabei, spielt am Sonntag sein 170. Spiel für den TSV in der Bundesliga und sein 280. überhaupt. Warum es sich nicht so anfühlt, ist schnell erklärt: „Weil wir die Chance, die wir gehabt haben, nicht ergriffen haben.“
Denn auch, wenn man sich als Fußballprofi von Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten nicht leiten lässt: „Natürlich zählt man und vergleicht das Restprogramm. Man weiß ja auch, wie man gegen die Mannschaften in der Hinrunde gespielt hat“, sagt Heil. Und da standen beim TSV zum Frühjahrsstart eben WSG Tirol, Austria Klagenfurt und Altach. Über drei Unentschieden kamen die Hartberger nicht hinaus. „Das haben wir uns selbst zuzuschreiben“, sagt Heil. Der 27-Jährige will sich aber nicht auf die Phase zu Jahresbeginn versteifen: „Es war ja auch der Saisonbeginn nicht gut mit zwei Punkten aus vier Spielen“, sagt Heil.
Mit der Niederlage beim WAC haben sich die Verantwortlichen dann abgefunden, dass es unter dem Strich weitergeht. „Ich hab schon damals gesagt, dass alles passen muss, wenn du mit Hartberg in die Meistergruppe willst. Heuer war das eben nicht so.“ Auch, weil für die Teilnahme dieses Mal mehr Punkte notwendig sein werden, weil die Mannschaften vorne mehr Punkte liegenlassen. „Es ist die ganze Liga enger zusammengerückt“, sagt Heil.
Mittlerweile haben sich bei den Hartbergern alle mit ihrem Dasein in der Qualifikationsgruppe abgefunden. „Es gibt da nichts nachzutrauern. Du kriegst, was du dir verdienst.“ Zumal es auch im Unteren Play-off Großes zu erreichen gibt – Stichwort Europacup-Play-off. „Das muss ganz klar unser Ziel sein, das untere Play-off zu gewinnen“, gibt Heil die Marschroute vor. Dass die Oststeirer Zünglein an der Waage sein können im Kampf um die Meistergruppen-Teilnahme, ist ihnen bewusst. Aber: „Gewinnen lassen wir sicher keinen.“ Auch, weil die Hartberger wissen, wie schnell es in die andere Richtung gehen kann.
Die Geschichtsbücher zeigen: In der Saison 2020/2021 ist Hartberg durch ein Gegentor von St. Pöltens Kofi Schulz zum 3:3 in der Nachspielzeit aus der Meistergruppe gerutscht, hat in Runde 23 gegen Ried verloren und war nur noch vier Punkte vor dem Abstiegsrang. „An Niederlagen denken wir nicht.“