Eine Kärntnerin hat eine Rechnung von 200 Euro bekommen. Für ein Küchen-Gerät, dass sie nicht bestellt hat. Die Kärntnerin hat sich dann bei der Kleinen Zeitung gemeldet.

Aufforderungen zur Bezahlung

Die Kärntnerin ist aber nicht die einzige betroffene Person. Andere Personen in Kärnten bekamen auch eine Zahlungs-Aufforderung von Klarna. Manche bekamen sogar eine Mahnung vom Inkasso-Büro.

Eine Mahnung ist eine Aufforderung zur Bezahlung einer bestellten Ware. Dabei muss man zusätzlich zum Preis der Ware einen bestimmten Betrag zahlen. Diesen Betrag nennt man Mahn-Gebühr. Ein Inkasso-Büro unterstützt Firmen dabei, Schulden von nicht bezahlten Rechnungen einzutreiben.

Großer Betrug

Bei dem Betrug wurde auch Klarna zum Opfer. Das Bundeskriminal-Amt beschäftigt sich schon länger mit diesem Fall. Das bestätigt Bernhard Schafrath. Schafrath arbeitet für die Abteilung Wirtschafts-Kriminalität im Bundeskriminal-Amt. Hier werden Verbrechen bekämpft.

Immer gleiches Vorgehen

Die unbekannten Täter gehen immer so vor:

  • Sie machen Online-Shops auf und bestellen dort Waren, die es gar nicht gibt. Ein Online-Shop ist ein Geschäft, welches seine Waren im Internet anbietet.
  • Die Täter verwenden die Adressen von anderen Menschen. Diese Adressen holen sie sich zum Beispiel aus Telefon-Büchern oder von Adress-Schildern von Wohn-Häusern.
  • Manchmal verwenden die Täter auch Kontakte aus dem Internet. Mit den Kontakten bestellen die Betrüger Waren und wählen Klarna als Bezahlungs-Weise aus.
  • Klarna überweist das Geld an die Online-Shops der Betrüger. 
  • Natürlich will Klarna das Geld von den Bestellern zurück.
  • Klarna schickt dann die Rechnung an die Adresse, die vom Online-Shop angegeben wurde.

Immer mehr Fälle

Die ersten Fälle wurden am Anfang des Jahres 2021 gemeldet. Seit dem Herbst 2021 kommen diese Fälle öfters vor. Das sagt Schafrath. Bis jetzt gibt es in ganz Österreich mehr als 1.000 Anzeigen. Meistens sind es Mahnungen in der Höhe von 100 bis 120 Euro. Das Bundeskriminal-Amt meint, dass eine Gruppe von Tätern hinter dem Betrug steckt.

Zusammen-Arbeit mit Klarna

Ob man die Täter überführen kann, hängt auch von Klarna ab. Wenn man sehen kann wohin das Geld überwiesen wurde, können die Täter ausgeforscht werden. Das Bundeskriminal-Amt hat schon bei Klarna Schweden angefragt. Wie es mit den Ermittlungen weitergeht, hängt aber von der Mitarbeit von Klarna ab. Das sagt Schafrath.

Bei Klarna melden

Was muss man machen, wenn man Post von Klarna bekommt? Wenn man nichts bestellt hat, braucht man keine Rechnung bezahlen. Man soll gleich mit Klarna Kontakt aufnehmen und mitteilen, dass es ein Miss-Verständnis gibt. Wie man mit Klarna Kontakt aufnimmt, steht in der Rechnung von Klarna. Der Betrag musste von den Opfern nicht bezahlt werden, als sie Klarna mitteilten, dass sie keine Bestellung tätigten. Man soll den Fall bei der Polizei melden. Dann muss man die Rechnung von der Bestellung, die man nicht gemacht hat, auch nicht bezahlen. Das sagt Schafrath.

Das ist Klarna: 

Klarna ist ein sehr bekannter Zahlungs-Anbieter. Wenn man über das Internet einkauft, muss man die Bestellung bezahlen. Dafür braucht man einen Zahlungs-Anbieter. Das heißt, man zahlt über den Zahlungs-Anbieter im Internet die Rechnung.

Klarna wurde 2005 in Schweden gegründet und hat die Zentrale in Stockholm. Stockholm ist die Haupt-Stadt von Schweden.

So funktioniert Klarna:

Klarna bezahlt bei Bestellungen vorab die Rechnung. Dann holt sich Klarna den Betrag vom Konto des Kunden zurück. Das macht Klarna gleich oder später. Man kann bei Klarna auch in Raten zahlen. Das heißt, man bezahlt über einen bestimmten Zeit-Raum einen gewissen Betrag zurück.

Klarna hat 90 Millionen Kunden auf der ganzen Welt und arbeitet mit vielen Geschäften zusammen. Zum Beispiel: H&M, Adidas oder Media-Markt. Jeden Tag wird sehr viel Geld über Klarna überwiesen.