Die Serie begann im November 1998 in St. Nikolai im Sausal. Schwer bewaffnet überfielen Erich und Kurt eine Postfiliale und erbeuteten knapp 200.000 Schilling. Es folgten mehrere Banküberfälle – stets schnell, eiskalt und mit hoher Beute. Besonders spektakulär war ein Überfall im April 1999 in St. Bartholomä, bei dem Erich allein gehandelt haben dürfte.

Er platzierte ein zuvor gestohlenes Moped bei der Bank. Tags darauf fuhr er mit seiner schwangeren Schwester, deren Kleinkind und seinem betagten Vater nach Graz, vermeintlich um einkaufen zu gehen. Unterwegs sagte er der Schwester, er müsse in St. Bartholomä noch etwas erledigen, und bat sie, in der Nähe der Bank zu warten. Dort raubte Erich über eine Million Schilling, ohne dass es die Familie mitbekam, flüchtete mit dem Moped – vorbei am Auto der Schwester – und stieg erst später wieder bei ihr ein.

Der Räuber und seine Familie wurden kontrolliert, durften aber weiterfahren

Nach dem Einkauf in Graz wurde das Auto im Zuge einer Alarmfahndung sogar kontrolliert. Doch sie durften weiterfahren; niemand schöpfte Verdacht, man suchte schließlich nach einem Mopedfahrer. Die Insassen waren nun jedoch aktenkundig, und durch einen Zufall sowie akribische Ermittlungen kam man auf die Zwillingsbrüder als verdächtige Täter der Raubserie – allerdings zu spät.

Der große Traum vom Pferdehof

Kurt war kurz nach der Tat nach Spanien geflüchtet, zu seinem Bruder Erich. Die beiden hatten dort gemeinsam ein Nachtlokal gemietet. Ihren großen Traum hätten sie sich mit der Beute locker erfüllen können: einen Pferdehof in Südafrika. Doch das Geld war rasch wieder weg. Kurt verlor enorme Summen bei Hunde- und Pferdewetten, und Erich konnte ihn nicht von seiner Sucht abbringen.

So gingen die Überfälle bald weiter – erst in Tirol, dann in der Schweiz, wo sie nach sieben Überfällen in einem präparierten Wohnwagen versteckt nach England flüchten wollten. Doch bei einer Zollkontrolle in Dover klickten die Handschellen. Sehr zum Ärger der österreichischen Behörden wurden sie jedoch in die Schweiz ausgeliefert, wo ihnen der Prozess gemacht werden sollte.

Erich war damit nicht einverstanden: Ihm gelang die Flucht aus dem Gefängnis – wenn auch nur kurzzeitig. Doch mit der Verurteilung ist die Geschichte der Zwillingsräuber noch lange nicht vorbei.