Es ist ein Tag, der vielen in Graz noch immer in schmerzlicher Erinnerung ist. Jener Samstag, als ein 26-Jähriger mit einem Auto durch die Innenstadt raste, um zu töten. Drei Menschen starben, darunter ein Kleinkind und eine frisch verheiratete Frau.
In dieser dreiteiligen Sonderausgabe des Podcasts werfen wir zehn Jahre danach einen Blick auf die Ereignisse von damals. Wir sprechen über die Fassungslosigkeit und den Schock der Stadt, über die schwierige und langwierige juristische Aufarbeitung, über die Psychologie hinter solchen Taten, aber auch über die Heilung der Wunden und Momente der Hoffnung und Zuversicht.
Anmerkung: Die Gespräche für diese Serie wurden noch in den Wochen vor dem schrecklichen Amoklauf am Borg Dreierschützengasse am 10. Juni aufgezeichnet.
Teil 1: Ein Stich ins Herz der Stadt
Bernd Hecke und Siegfried Nagl wurden am 20. Juni 2015 zu unmittelbaren Zeugen einer Amokfahrt und wären selbst fast zu Opfern geworden. Doch zum Durchschnaufen blieb ihnen keine Zeit, sie mussten sofort funktionieren. Hecke als Journalist, Nagl als Bürgermeister. Im ersten Teil unserer Serie erinnern sich die beiden an die Ereignisse und sprechen darüber, wie eine Stadt eine Wunde wie diese heilen kann.
Teil 2: Das Leid der Opfer und die Spurensuche
Im zweiten Teil dieser Serie werfen wir mit Kriminalreporter Hans Breitegger einen Blick auf einige der tragischen Geschichten der Opfer. Wir zeigen, wie nah Leben und Tod beieinanderliegen können, und begeben uns auf Spurensuche an jenen Ort, aus dem nicht nur der Täter, sondern auch zwei der Opfer stammen. Zudem sprechen wir über die Herausforderungen journalistischer Berichterstattung in Ausnahmesituationen.
Teil 3: Der Prozess und die große Frage: Warum?
Im dritten Teil der Serie berichtet Gerichtsreporter Alf Lobnik im Gespräch mit David Knes über den Prozess, der nicht nur aufgrund der Dimension der Tat für Aufsehen sorgte, sondern auch wegen eines erbitterten Streits um die Frage der Zurechnungsfähigkeit. Im Anschluss spricht Anna Wintersteller mit der forensischen Psychologin Anita Raiger, die in diesem Fall als Gutachterin tätig war. Sie erzählt, wie sie in diesem und anderen Verfahren dem Innenleben und der Psyche von Gewalttätern auf den Grund geht.