Das 3:2 der Altacher gegen die Wiener Austria löste in Vorarlberg Begeisterungsstürme aus, erstmals seit 16 Jahren drehte Altach einen 0:2-Rückstand. Für Altach war der erste Saisonsieg speziell, für Trainer Klose auch der erste Sieg als Profitrainer. Fünf Tage später wollte der WM-Rekordtorschütze keine Freuden-Saltos mehr drehen, verbietet seinem Team den "Höhenflug", sagte stattdessen: "Die Mannschaft macht immer noch Fehler, das ist klar." Bei der Positionierung, dem ersten Ballkontakt und dem kollektiven Verteidigen sieht Klose Steigerungsbedarf. Dennoch erkennt er Verbesserungen bei seinem Team, auch wenn er für das Auswärtsspiel in Graz nur eine Chance sieht, "wenn wir am Limit sind".

Sturms Lauf in die Champions League endete am Dienstag gegen Dynamo Kiew - nach kräfteraubenden 120 Minuten bangte Christian Ilzer am Freitag noch um einige Stammkräfte. Der verletzungsbedingte Austausch von Jungstürmer Rasmus Höjlund war ein Dämpfer, der nicht von langer Dauer sein dürfte. Der Däne ist trotz Muskelverhärtung im Oberschenkel zumindest ein Thema für den Matchkader. Bei Stefan Hierländer (Knie) und Amadou Dante (Sprunggelenk) fehlte Freitagnachmittag aber ebenso Ilzers Dienstfreigabe. Vor Altach zeigte Sturms Trainer Respekt. "Die Handschrift von Miroslav Klose ist klar zu erkennen", sagte Ilzer, dessen Team nach drei Runden bei fünf Punkten hält. Altach hat vier vorzuweisen.

Die Wiener Austria und die WSG Tirol gehen mit nicht gerade überschäumendem Selbstvertrauen ins Bundesliga-Duell. Während die Wiener zuletzt in Altach besagte Last-Minute-Niederlage erlitten, verpassten die Wattener daheim gegen Klagenfurt die sicher geglaubten drei Zähler. Vor dem Antritt in Wien-Favoriten sah WSG-Coach Thomas Silberberger "zwei Mannschaften, die einen Frontalschlag ins Gesicht bekommen haben".

Doch während die Tiroler schon vier Punkte auf dem Konto haben, liegen die Violetten nicht nur aufgrund der drei Straf-Minuszähler am Tabellenende, Schlusslicht wäre die Austria nach nur einem Punkt aus drei Partien auch so. Trainer Manfred Schmid fand es am Freitag "noch immer unglaublich, dass wir in Altach nicht als Sieger vom Platz gegangen sind". "Entscheidend ist nun, wie wir da wieder rauskommen", so Schmid. Er habe ein gutes Gefühl. Natürlich sollte seine Mannschaft das Spiel gewinnen, meinte Schmid, der aber nicht von einem Pflichtsieg sprechen wollte.

Austria Klagenfurt und die SV Ried wollen im direkten Duell ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Während die Innviertler zuletzt in Unterzahl gegen Sturm ein 1:1 erkämpften, holten die Klagenfurter mit zwei Toren in der Nachspielzeit bei der WSG Tirol (2:2) den ersten Punkt. "Klagenfurt ist auf Augenhöhe mit uns. Es wird ein sehr enges Spiel, die Tagesform wird entscheiden", sagte Rieds Trainer Christian Heinle. Klagenfurt-Coach Peter Pacult hält eine weitere Steigerung seiner Mannschaft für notwendig, "um etwas mitnehmen zu können".