Der Erfolg gegen einen chancenlosen Gegner, der nach der Absage des geplanten Schottland-Spiels eingesprungen war, hätte noch deutlich höher ausfallen können. Immerhin erfüllte die Partie den Zweck vielen Spielerinnen Einsatzminuten zu geben. Gleich 22 kamen zum Zug. Die ÖFB-Generalprobe vor dem Start in die Endrunde am 6. Juli im ausverkauften Old Trafford Stadium gegen die Gastgeberinnen geht am Sonntag in Lier im Duell zweier EM-Teilnehmer mit Belgien über die Bühne.

ÖFB-Teamchefin Irene Fuhrmann nahm im Gegensatz zur 1:2-Niederlage in Wiener Neustadt gegen Dänemark sechs Änderungen in der Startformation vor. Prominenteste Abwesende war Kapitänin Viktoria Schnaderbeck, die wegen ihrer Knieprobleme geschont wurde. Zurück ins Team rückten mit der erst im zweiten Vorbereitungscamp zum Team gestoßenen Sarah Puntigam und der im ersten Trainingslager von einer Krankheit zurückgeworfenen Billa zwei absolute Teamstützen.

Die Partie nahm bei Dauerregen von Start weg den erwarteten Lauf, die Montenegrinerinnen waren ausschließlich mit Abwehrarbeit beschäftigt, die Heimischen dominierten das Geschehen nach Belieben. Sarah Zadrazil (6.) und Plattner (11.) ließen die ersten beiden Chancen noch ungenützt. Drei Minuten später landete der Ball erstmals im Netz. Nach Maßflanke der aufgerückten Marina Georgieva, die gemeinsam mit der zukünftigen AS-Roma-Legionärin Carina Wenninger die Innenverteidigung bildete, köpfelte Schiechtl am Fünfer ein.

Noch sehenswerter war der zweite Treffer, da lief der Ball über Puntigam, Billa und Schiechtl wie im Bilderbuch und Plattner überhob die montenegrinische Torfrau nach einem Lochpass. Lisa Makas hatte bei einem Latten-Kopfball Pech (21.), Zadrazil (25.) und einmal mehr Makas (29.) vergaben weitere Möglichkeiten. Tor Nummer drei fiel trotzdem noch vor dem Seitenwechsel. Nach einem Latten-Weitschuss von Puntigam staubte Billa per Kopf aus kurzer Distanz ab.

Zur Pause nahm Fuhrmann gleich einen Sechsfachtausch vor, um vielen Akteurinnen noch einmal die Chance zu geben sich für einen EM-Kaderplatz zu empfehlen. Das wirkte sich ein wenig auf den Spielfluss aus, abgesehen von einem Schiechtl-Kopfball (56.) wurde offensiv nicht mehr so viel geboten. Nach drei weiteren Wechseln in der 72. Minute war es Katharina Naschenweng, die mit einem Schuss ihre Gefährlichkeit andeutete (74.) und Stefanie Enzinger, die an der Schlussfrau scheiterte (79.). Im Finish profitierte noch Schasching von einem Schnitzer von Montenegros Torfrau.

Für die Defensive war der Test nicht wirklich aussagekräftig, Montenegro kam im gesamten Spiel zu keiner einzigen Torchance. Auch der Video Assistant Referee (VAR) spielte keine Rolle.