Stadlober spielte im Val di Fiemme auf der Schlussetappe mit den abschließenden 3,7 Bergauf-Kilometern mit 420 Höhenmetern ihre Stärken voll aus und sicherte sich ihren ersten Podestplatz im Tour-Gesamtklassement. 2018 beim damals noch als Verfolgung ausgetragenen Finale war sie nach zweitbester Etappenzeit Gesamtfünfte geworden. Diesmal trumpfte die Vorjahressiebente mit zwei Podestplätzen in Toblach auf und bewies auch im abschließenden Skating-Massenstart ihre Klasse.

Auf Tagessiegerin Karoline Simpson-Larsen aus Norwegen fehlten Stadlober 17,5 Sekunden, Diggins und Weng lagen nur einige Sekunden vor der Olympiadritten. In der Gesamtwertung fehlten Stadlober 2:18 Minuten auf die zum dritten Mal siegreiche Diggins, der sie aber das Bergwertungstrikot wegschnappte. "Es ist unglaublich, unbeschreiblich und einfach ein Wahnsinn. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Für mich war es die absolut perfekte Woche", sagte Stadlober.

Vor dem Start der 20. Tour hatte sich die 32-Jährige nur geringe Chancen auf einen Spitzenplatz ausgerechnet und die Sprintlastigkeit kritisiert. "Ich habe im Vorfeld ein bisschen über die Tour geschimpft und jetzt stehe ich hier mit dem zweiten Gesamtplatz, zwei Podestplätzen und dem Climbing-Trikot - unfassbar, ich brauche, glaube ich, ein paar Tage, um das alles zu verarbeiten", so Stadlober, die einmal mehr auf ihr "unfassbar gutes" Material hinwies. Einer der ersten Gratulanten im Ziel war ihr Vater Alois Stadlober, der wieder als Betreuer mitgeholfen hatte.

Den Tour-Titel bei den Männern sicherte sich erneut Johannes Hösflot Kläbo. Der Norweger ist nach seinem fünften Triumph Rekordsieger. "Es ist einfach großartig, die Tour wieder zu gewinnen", sagte Kläbo und kündigte an, nach ausreichender Erholung im Hinblick auf Olympia ein Höhentrainingslager einlegen zu wollen. Sieger des Bergrennens wurde sein Landsmann Mattis Stenshagen, der Kläbo (12.) rund eine Minute abnahm. Im Gesamtklassement behielt der auf drei der sechs Etappen siegreiche Rekordweltmeister aber ungefährdet eine halbe Minute vor Stenshagen die Oberhand. Auch Tour-Rang drei ging mit Harald Östberg Amundsen (+1:08,2 Min.) an einen Norweger.

Moser verlor am Schlusstag nur eine halbe Minute auf Kläbo, gesamt lag er 2:44,9 Min. zurück. Der Tiroler hatte am Silvestertag als Zweiter im neuen 5-km-Heatrennen mit Massenstart seinen ersten Weltcuppodestplatz geholt und hielt auch in den Distanzrennen erstaunlich gut mit. "Das ist für mich ein Wahnsinnsergebnis, und in der Gesamtwertung in den Top Ten zu sein, ist einfach nur richtig cool. Wenn mir das jemand letzte Woche gesagt hätte, hätte ich gesagt: 'Du hast einen Vogel'. Ich bin im Moment einfach nur überglücklich", sagte Moser.

Am Vortag war er im Klassiksprint nur 54. geworden. "Ich war wirklich skeptisch, ob ich überhaupt antreten soll, aber Gott sei Dank habe ich es versucht, und es ist wirklich super gelaufen." Mika Vermeulen fehlte beim ersten Saisonhöhepunkt, der Vorjahreszweite war im Vorfeld erkrankt gewesen.