Auf einem knifflig gesetzten, schwierigen Kurs kam keine Läuferin fehlerfrei ins Ziel, so auch Cornelia Hütter. Die Siegerin der Freitag-Abfahrt sowie Dritte vom Samstag überdrehte im Mittelteil, was ihr im Endeffekt rund 1,5 Sekunden kostete und Platz 23 (+1,95) einbrachte. "Ich habe mich voll eingeparkt", sagte Hütter. "Ich bin mit ein zu wenig Richtung hin, wollte aber trotzdem riskieren, dass ich frech reinfahre. Aber dann hat es mich ein bisschen überhebelt, ich habe zu wenig Spannung gehabt." Generell hätten die Läuferinnen den Speed unterschätzt. "Dann ist da so ein Voll-Eck drinnen."

Die kleine Chance auf den Gewinn des Disziplin-Weltcups hat Hütter als die da ÖSV-Beste damit drei Super-Gs vor Saisonende so gut wie verspielt. Ihr Rückstand auf Gut-Behrami wuchs auf 270 Punkte an. Die Eidgenossin liegt 55 Zähler vor Brignone voran, die drittplatzierte Goggia hat bereits 159 Punkte aufzuholen. Im Gesamt-Weltcup baute Brignone ihren ohnehin schon großen Vorsprung auf Gut-Behrami um weitere 20 Punkte aus. Bei einem Bonus von 251 Zählern ist da aber noch lange keine Entscheidung gefallen.

Venier trotzte Krankheitssymptomen

Venier hatte an den Tagen davor Anzeichen einer Angina-Erkrankung und daher auf ein Antreten in der Samstag-Abfahrt verzichtet. Umso bemerkenswerter neben dem geringen Rückstand auf die Siegerin ist daher auch, dass die Tirolerin gerade im unteren Teil noch Zeit gut gemacht hat. "Auf die letzten Tage rauf hat das richtig gut getan. Ich habe ein gutes Skifahren gezeigt, bin gut auf der Linie geblieben und habe nicht mein letztes Hemd riskiert. Weil das wäre körperlich einfach nicht gegangen", meinte Venier über ihre Leistung auf dem sehr drehenden Kurs.

Von den übrigen Österreicherinnen überzeugte mit Startnummer 31 Nadine Fest, die Kärntnerin verpasste 0,72 Sek. hinter Brignone die Top Ten als Elfte nur um sechs Hundertstelsekunden. Abfahrts-Vizeweltmeisterin Mirjam Pucher wurde 0,85 Sek. zurück 13., Christina Ager (17.) und Ariane Rädler (19.) hatten ein Plus von 1,26 bzw. 1,35 Sek. in der Ergebnisliste stehen. Nicht in die Weltcup-Punkte kamen Magdalena Egger (37./+2,68) und Michelle Niederwieser (40./+2,93), Carmen Spielberger schied aus. Für die ÖSV-Equipe bedeutet es das schwächste in bisher sechs Saison-Super-Gs.

Fest: "Habe mir gedacht, lass die Bretter runter"

ÖSV-Cheftrainer Roland Assinger trauerte ein wenig einem Spitzenplatz Hütters nach, machte ihr aber keine Vorwürfe. "Mit ihrem Fehler haben wir einen Top-Platz vergeben, aber das kann passieren im Sport. Positiv zu erwähnen ist Stephanie Venier, die nach der Erkrankung gut gekämpft hat und für sich das Wochenende gut abschließen kann. Und positiv zu erwähnen ist auch Nadine Fest." Die 26-Jährige war erleichtert: "Ich bin am Start gestanden und habe mir gedacht, lass die Bretter runter, egal was passiert. Und ich glaube, das ist mir richtig gut aufgegangen."

Nicht zufrieden war Gut-Behrami. "Mein Lauf war alles andere als gut", sagte die Eidgenossin. "Ich war im Mittelteil total neben der Linie. Das ist etwas, was mir in dieser Saison immer wieder passiert." Für Brignone war es der 35. Weltcupsieg, der schon achte in dieser Saison. "Es war sehr schwer, es war nicht einfach", erklärte sie. "Ich hatte kein gutes Gefühl, ich habe kein perfektes Rennen gemacht. Aber das hat niemand. Ich habe alles probiert und viel riskiert." Die nächsten beiden Super-G finden in La Thuile in Italien statt, 20 Minuten vom Wohnort Brignones entfernt.