Ursprünglich prangerte die Parodie mit dem Libretto des Italieners Ranieri de' Calzabigi Operngattungen des 18. Jahrhunderts an, speziell die gleichnamige Opera seria. Kenntnisse barocker Musikgeschichte verlangt die Neuauflage im Theater an der Wien vom Publikum aber nicht ab. Denn Regisseur Pelly und Dramaturg Kai Weßler heben in der Koproduktion mit der Scala, die in Mailand bereits im vergangenen Jahr zu sehen war, gekonnt zeitlose Motive hervor - knausrige Geldgeber, Starallüren und künstlerische Differenzen. Über drei Akte zeigt sich die Entstehung eines fiktiven Stücks von der Konzeptfindung bis zur Aufführung einer Oper voller Pannen.
Wien
"L'opera seria": Heiteres Bühnenchaos im Theater an der Wien
Lange galt "L'opera seria" von Florian Leopold Gassmann als vergessen. Inzwischen ist der wiederbelebte Stoff über 250 Jahre alt - aber trotzdem wirkt er nicht veraltet. Im Gegenteil: Die Meta-Oper über das klägliche Scheitern eines fiktiven Musiktheaters passt geradezu in eine Ära, in der Mockumentaries und Showbusiness-Satiren alle möglichen Preise abräumen. Am Samstag brachte Regisseur Laurent Pelly das Stück zum ersten Mal seit der Uraufführung 1769 zurück nach Wien.
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