Die Koproduktion mit dem Burgtheater verdichtet das zwischen 1915 und 1922 entstandene Mammutwerk, das mit 220 Szenen, 1.114 Rollen und 137 Orten als "Marstheater" als unaufführbar gilt, auf etwas mehr als drei Stunden (inklusive Pause). Hat Paulus Manker das Stück 2018 in der Serbenhalle in Wiener Neustadt noch als siebenstündiges Polydrama in seiner Vielschichtigkeit als pompöses Weltkriegsdrama in Szene gesetzt, konzentriert sich Pařízek mit nur sieben Schauspielerinnen und Schauspielern auf jenen Kern, der mehr als 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg deutlich macht: Der Kipppunkt ist nicht weit.
Hallein/Salzburg
"Die letzten Tage der Menschheit" in Salzburg gefeiert
Ein von der medialen Berichterstattung verzerrtes Weltbild, ein paar fanatische Patrioten und ein Zweifler auf dem Abstellgleis: Viel mehr braucht es nicht, um den gegenwärtigen Zustand der Gesellschaft zu beschreiben. Mit seiner Interpretation von Karl Kraus' "Die letzten Tage der Menschheit" hat der tschechische Regisseur Dušan David Pařízek bei den Salzburger Festspielen am Freitagabend auf der Pernerinsel in Hallein die Inszenierung der Stunde abgeliefert.
© APA/BARBARA GINDL