"Wildes Gedenken" kann etwa durch das Niederlegen von Blumen oder Steinen, das Anbringen einer Tafel, Schrift oder Zeichnung an belasteten Orten geschehen - wie beispielsweise der Schriftzug "Zachor" (erinnere dich), der in einen Baumstamm im ehemaligen KZ Gunskirchen eingeritzt wurde, ein Stein vor der ehemaligen Tötungsanstalt Schloss Hartheim, auf den jemand "Es hätte nicht so weit gehen dürfen" geschrieben hat. "Wildes Gedenken" kann auf Opfergruppen aufmerksam machen, die bisher zu wenig in die Erinnerungskultur einbezogen wurden, und damit auch Wegbereiter für spätere Gedenkstätten sein. Die Arbeiten der Studierenden dazu sind im Rahmen einer Ausstellung zu sehen.

Parallel dazu wird gemeinsam mit dem Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim von 7. bis 9. Mai eine Tagung zum "Wilden Gedenken" abgehalten. Der Innenhof der Kunstuniversität Linz - sie ist in den NS-belasteten Brückenkopfgebäuden untergebracht - wird heuer in Theresia-Reindl-Hof umbenannt. Derzeit heißt der Innenhof, der alle Jahre nach einer anderen Persönlichkeit benannt wird, Lily-Renée-Hof, in Gedenken an eine Comiczeichnerin, die den Nazis mit einem Kindertransport entkommen ist. Theresia Reindl war am Aufbau eines Widerstandsnetzwerks gegen das NS-Regime beteiligt.

(S E R V I C E - Ausstellung der Kunstuniversität Linz "Wildes Gedenken" im splace, Hauptplatz 6, Linz, bis 9. Mai, täglich 13 bis 19 Uhr. www.kunstuni-linz.at)