Oper wird ja oftmals als Kostümschinken apostrophiert. Und im Falle dieses "Don Carlo" stimmt's. Der aus Russland emigrierte Serebrennikov, der zuletzt schon mit seinem "Parsifal" in der Staatsoper ambivalente Reaktionen provoziert hatte, positioniert das Geschehen nicht im Spanien des 16. Jahrhunderts, sondern einem Institut für Kostümforschung, worauf ihn ein Besuch im Kyoto Costume Institute in Japan brachte. Statt Blumenpracht in Spaniens Gärten also 50 Shades of Grey in einem aseptischen Forschungslabor.