Die Akzeptanz in den Reihen der Männer hätten sich die Frauen vor allem zu Beginn noch erkämpfen müssen. Seitdem habe sich einiges verbessert, erzählte Tanner, die etwa auf den Ausbau von Kinderbetreuung als "laufenden Prozess" und auf Frauen- und Gleichbehandlungsbeauftragte als Anlaufstellen hinweist. Eine, die die Anfänge miterlebt hat, ist Offiziersstellvertreterin Karin Pirschner. Sie rückte am 1. April 1998 ein und ist derzeit bei der Militärpolizei Innsbruck im Einsatz. "Damals war ich ein Exot", sagte sie. Einsätze führten sie etwa in den Kosovo, nach Bosnien oder - während der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 - an den Grenzübergang Spielfeld in der Steiermark. "Ich wollte immer schon Soldatin werden", bekundete sie. Frauen seien beim Bundesheer nun "nichts Außergewöhnliches mehr", ihre Anwesenheit würde positiv zum Betriebsklima beitragen.
Innenpolitik
25 Jahre Frauen beim Heer: Tanner will Quote steigern
Seit einem Vierteljahrhundert haben Frauen Platz im Österreichischen Bundesheer - die ersten neun rückten am 1. April 1998 ein. Der Beruf bleibt mit einem Frauenanteil von rund vier Prozent männlich geprägt, räumt Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) bei einem Pressegespräch ein: "Wir haben das Ziel noch lange nicht erreicht." Der "freiwillige Grundwehrdienst", der ab 1. April startet, soll nun mehr Frauen zum Bundesheer locken.
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