Papst Franziskus hatte die russischen Truppen zwar als brutal, grausam und wild, bezeichnet, während er die Ukrainer für ihren Überlebenskampf lobte. Allerdings gab er auch zu bedenken, dass die Situation nicht schwarz-weiß und dass der Angriff "vielleicht in gewisser Weise provoziert" worden sei. Lackner zeigt Verständnis dafür. Man müsse sich - auch bei künftigen Konflikten - selbst fragen: "Wo hat es ein unkluges Verhalten gegeben?"

Auch die österreichischen Bischöfe verurteilen in einer am Mittwoch veröffentlichten gemeinsamen Erklärung den "sinnlosen" und "wahnwitzigen" Krieg: "Die fundamentalsten Rechte des Menschen auf Leben und Würde werden geschändet und noch immer ist kein Ende dieser Gräuel absehbar." Nur Hilfe und Solidarität mit der Ukraine könnten die Antwort darauf sein. Dazu gehöre auch die Bereitschaft, "hier bei uns Nachteile bewusst in Kauf zu nehmen", heißt es in der Erklärung.

Hoffnung gebe auch das Miteinander der Kirchen und Religionen in der Ukraine, schreiben die Bischöfe. Als bewusstes Zeichen der Solidarität wird daher Lackner vom 10. bis 13. Juli Kirchen und einige Hilfsprojekte in der Ukraine besuchen. Konkret wird der Erzbischof gemeinsam mit dem Grazer Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl an der Synode der ukrainisch-katholischen Kirche teilnehmen, die aufgrund des Krieges diesmal in Przemysl (Polen) stattfindet. Treffen mit Vertretern von Politik und Kirche sind in Lwiw (Lemberg) geplant.