Während der freiheitliche Erstredner Hermann Brückl von einem "einzigen Scherbenhaufen" in Sachen Integration sprach und vor allem der ÖVP vorhielt, keine Glaubwürdigkeit in der Asylpolitik zu haben, sorgte dann sein Fraktionskollege Christoph Steiner für deutlich größere Empörung. Unter anderem attestierte er den anderen Parteien, "Schuld an Massenvergewaltigungen" zu haben. Entrüstung der anderen Fraktionen war die Folge. Grünen-Klubchef Werner Kogler warf den Freiheitlichen vor, sich wie "Volksverhetzer" zu benehmen. Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ) erteilte Steiner letztlich nach Prüfung des Protokolls einen Ordnungsruf.
Wien
Nationalrat bringt üblichen Zuwanderungsstreit
Eine Integrationsdebatte zu Beginn der Nationalratssitzung am Donnerstag ist nach üblichen Mustern abgelaufen. Die ÖVP, die das Thema vorgegeben hatte, forderte die Einhaltung von Regeln und Bemühungen, sich in der Gesellschaft zu etablieren. Die NEOS wollten einen "Schulterschluss" in Sachen Integration, die SPÖ eine Mischung aus "fördern und fordern". Den Grünen fehlten entsprechende Angebote für Flüchtlinge, die FPÖ verlangte wie stets einen "sofortigen Zuwanderungsstopp".
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