Nach Berichten, die vom Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) überprüft wurden, werden in der Ukraine jeden Tag durchschnittlich mehr als zwei Kinder getötet und mehr als vier verletzt - meist bei Angriffen in Wohngebieten. Zudem wird weiterhin zivile Infrastruktur beschädigt oder zerstört. Dazu gehören bisher mindestens 256 Gesundheitseinrichtungen und eine von sechs von UNICEF unterstützten "sicheren Schulen" im Osten des Landes. Hunderte weiterer Schulen im ganzen Land wurden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Die Lage der Kinder im Osten und Süden des Landes, wo sich die Kämpfe verschärft hätten, werde immer verzweifelter, berichtet UNICEF weiter.

"Der 1. Juni ist der internationale Tag zum Schutz der Kinder in der Ukraine und in der gesamten Region", sagt UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell. "Anstatt diesen Tag zu feiern, nähern wir uns offiziell dem 3. Juni - dem 100. Tag eines Krieges, der das Leben von Millionen Kindern zerstört hat. Ohne einen unverzüglichen Waffenstillstand und einen ausgehandelten Frieden werden die Kinder weiter leiden - und die Auswirkungen des Krieges werden sich auf gefährdete Kinder in der ganzen Welt auswirken."

UNICEF warnt davor, dass der Krieg eine akute Kinderschutzkrise verursacht hat. Kinder, die vor Gewalt fliehen, sind in hohem Maße von Familientrennung, Gewalt, Missbrauch, sexueller Ausbeutung und Menschenhandel bedroht. Die meisten von ihnen haben schwerwiegende traumatische Erlebnisse hinter sich. Diese Kinder brauchen dringend Sicherheit, Stabilität, Kinderschutzdienste und psychosoziale Unterstützung - insbesondere diejenigen, die unbegleitet sind oder von ihren Familien getrennt wurden.

Die Hilfsorganisation fordert weiterhin einen sofortigen Waffenstillstand und den Schutz aller Kinder vor Gewalt. In der Ukraine haben UNICEF und seine Partner bisher medizinische Hilfsgüter für rund 2,1 Millionen Menschen in den vom Krieg betroffenen Gebieten zur Verfügung gestellt.