Das gelte auch für den Status als Opfer des deutschen Angriffs- und Vernichtungskrieges, der nicht nur Juden und Russen, sondern eben auch Millionen Belarussen, Ukrainern und anderen zukomme, ergänzt der Universitätsprofessor des Instituts für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien gegenüber der APA. "Für Österreich und Deutschland gilt, dass man die Nachkriegsversöhnung primär auf Russland bezog und die historische Verantwortung gegenüber der Ukraine bis 2022 und auch darüber hinaus hintangestellt wurde."
Wien
80 Jahre Kriegsende - Rolle der Ukrainer oft übersehen
80 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg scheint die Rolle der Ukraine und anderer Nationen unterbelichtet. Der sowjetische Sieg sei in Russland als "russischer" interpretiert worden. "Dass dieser Sieg auch einer der nichtrussischen Völker war, wurde im Westen oft übersehen", sagt der Russland-Experte Wolfgang Mueller und verweist auf die an der Befreiung Österreichs beteiligte Zweite und Dritte Ukrainische Front oder die auf deutschem Boden eingesetzten Belarussischen Fronten.