Erst seit 2008 werden Vergewaltigungen als Kriegsverbrechen anerkannt. Täter werden dafür jedoch selten zur Rechenschaft gezogen, da in vielen Fällen die Beweislage nicht ausreicht. Auch mangelnder Zeuginnenschutz und die Angst vor Stigmatisierung führen dazu, dass viele Verbrechen erst gar nicht angezeigt werden. Selbst zuhause sind Frauen nicht sicher: In Kriegs- und Nachkriegsregionen steigen die Vorfälle häuslicher Gewalt, berichtet die Frauenrechtsorganisation AMICA, die sich für Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten engagiert. Sowohl gegenwärtig als auch historisch ist sexuelle Gewalt als Kriegswaffe etabliert, wie die Beispiele aus dem Sudan, Gaza, Bosnien-Herzegowina und Ruanda zeigen.
Wien/Gaza
Sexuelle Gewalt als Kriegswaffe
Sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen wird in vielen Kriegen und bewaffneten Konflikten gezielt als Waffe eingesetzt. Zusätzlich zu den Schrecken des Krieges müssen sich Frauen unter anderem vor Vergewaltigungen, Entführungen und Zwangsprostitution fürchten. Während Genoziden kommt es auch zu Zwangsabtreibungen, Zwangssterilisierungen oder erzwungenen Schwangerschaften. Die Verbrechen, die der sudanesischen Rebellenmiliz RSF vorgeworfen werden, sind kein Einzelfall.
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