Otmar Striedinger hatte schon kurz nach dem Start relativ großen Rückstand und kam nicht über Rang 21 (+1,74) hinaus. Daniel Danklmaier war 26. (+1,95) und Stefan Babinsky 29. (+2,07). Christian Walder blieb als 36. (+2,44) ohne Punkte. 13.500 Zuschauer wohnten der Abfahrt laut Angaben des Organisationskomitees entlang der Strecke und im Zielgelände bei.

Hemetsberger egalisierte sein bisher bestes Abfahrtsergebnis, das er im Dezember in Bormio erreicht hatte. Damit wird er wohl auch ein Ticket für das Olympia-Speedteam gelöst haben. "Es ist mir ganz gut gegangen. Für das erste Rennen da runter bin ich es genauso gefahren, wie ich es wollte. Als ich sah, dass ich nur 16 Hundertstel hinter Feuz bin, habe ich mir gedacht, dass das ein gutes Ergebnis werden kann." Es sei "voll super", dass er mit einem Mayer mitfahren könne. Wenn er an das Rennen am Samstag über die volle Distanz denke, werde ihm "schon etwas schwarz vor Augen", denn mit dem Atemrhythmus sei es nicht so leicht. "Es ist mit dem Schnaufen brutal zähl. Aber ich werde alles reinhauen."

Franz kam nicht ganz fehlerfrei durch und ärgerte sich entsprechend. "Ich habe beim S zu wenig rausgenommen und dann den Ski nicht auf Zug bekommen. Es hat mich verschlagelt. Danach ist mir trotzdem alles gut gelungen. Es funktioniert, ich bringe die Ski gleich auf Zug, so macht Skifahren Spaß. Ich bin schnell, es ist lässig. Aber heute habe ich beim Fahren zwei falsche Entscheidungen getroffen, die ein bisschen was ausmachen. Über den fünften Platz freue ich mich aber schon."

Auch Mayer wusste, wo er die Zeit verloren hat. "Im Ziel-S, da habe ich angestellt und noch einen Schlag bekommen, das war nicht optimal. Oben war es okay, es war nicht so, wie es Kilde gefahren ist, das war richtig perfekt, aber zwei Zehntel finde ich oben sicher auch noch", sagte der Kärntner. Auf die Fahrt werde er für die klassische Abfahrt am Samstag aufbauen.

Das Antreten von Vincent Kriechmayr, der wegen seiner Coronainfektion nicht an den Trainings teilnahm und sich am Freitag vor dem Rennen für die Regelerfüllung einmal aus dem Starthaus abstieß, hatte einige Diskussionen mit sich gebracht, Protest war aber von keiner Nation eingebracht worden. "Ich habe engagiert angefangen. Ich habe einen Pflug gemacht im Kernen-S, da wäre vielleicht ein Training ganz gut gewesen", sagte der Oberösterreicher, der dankbar war, dass er fahren durfte. "Ich hoffe, dass das dann bei anderen Athleten auch der Fall ist, das wäre nur fair."

Für Kilde war es der elfte Weltcupsieg, der erste in Wengen. "Ich habe am Start versucht, Vollgas zu geben. Es war richtig geil zu fahren. In Wengen zu gewinnen, ist immer ein Ziel gewesen. Es ist schon Wengen, auch wenn es nicht von ganz oben ist." Für Odermatt, dem Mann der Stunde im Männer-Weltcup, kam sein Ergebnis "etwas überraschend". Feuz sieht seinen Landmann auch bald ganz oben. "Wenn am zweimal aufs Podest kommt, ist ein Sieg auch möglich. Aber ich versuche, ihm das Leben schwer zu machen." Seine Fahrt selber sei gut, aber nicht perfekt gewesen.