In Kooperation zwischen chinesischen und westlichen Comicmärkten haben 26 Künstlerinnen und Künstler aus China, den USA und Europa 14 Kurzgeschichten und einen Roman von Liu in hochwertige Comics transferiert. Die beiden bereits erschienen, großformatigen Bände "Die Wandernde Erde", umgesetzt vom französisch-italienischen Bestsellerteam Christophe Bec (Text) und Stefano Raffaele (Zeichnung), sowie "Yuanyuans Blasen", gestaltet von der französischen Autorin Valerie Mangin und dem belgischen Zeichner Steven Dupre, lassen staunen. Den Kreativen ist es gelungen, die Detailfülle aus den Vorlagen zu übernehmen, ohne die Comics zu überfrachten.

Die Farbgestaltung beider Bände verstärkt die Stimmung der Geschichten, einzelne Panels erstrecken sich manchmal über zwei Seiten, manche sogar über vier ausklappbare - man fühlt sich beim Lesen und Betrachten fast wie im Kino. "Die Wandernde Erde" ist Science-Fiction-Action pur: Die Sonne stirbt, 12.000 gigantische Fusionskraftwerke sollen die Rotation der Erde stoppen und sie dann auf einen neuen Kurs bringen, um das Überleben der Menschheit zu sichern. "Yuanyuans Blasen" wiederum ist subtiler und bricht mit einer wunderschönen Story eine Lanze für den Glauben an Kreativität und visionäre Ideen.

Der 1963 in der Provinz Henan geborene Liu hat lange Zeit als Ingenieur in einem Kraftwerk gearbeitet. In seinen literarischen Werken trifft oft Technik auf Philosophie und starke Charaktere - beide Comicbände setzen diesen Ansatz gut um. Nach und nach sollen weitere Adaptionen folgen, "Meer der Träume" und "Der Dorflehrer" noch am 1. Oktober bzw. am 1. November. Die Kurzgeschichte "Kugelblitz", die Liu als eine seiner Lieblingsarbeiten bezeichnet, wird übrigens von Thierry Robin als Graphic Novel realisiert. Der Franzose hat mit "The Death Of Stalin" für Furore gesorgt.

(S E R V I C E - "Cixin Liu: Die Wandernde Erde" von Christophe Bec & Stefano Raffaele, Splitter, 128 Seiten, 25 Euro; "Cixin Liu: Yuanyuans Blasen" von Valerie Mangin & Steven Dupre, Splitter, 72 Seiten, 17 Euro; )