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Viele Tote bei Autobombenanschlag in Afghanistan

Bei der Explosion einer Autobombe in der afghanischen Zentralprovinz Logar sind nach Angaben von Provinzräten mindestens 18 Menschen getötet worden. Dutzende weitere seien verletzt und in Spitäler gebracht worden, sagte Provinzratschef Hasibullah Stanesai am Donnerstag. Wenig später trat die kürzlich ausgehandelte dreitägige Waffenruhe anlässlich des islamischen Opferfestes Eid al-Adha in Kraft.

 

Die Explosion kurz vor Beginn des Opferfestes hatte sich am Abend an einem belebten Ort in der Provinzhauptstadt Pol-e Alam ereignet. Unter den Toten sollen auch viele Frauen und Kinder sein. Ein Video, das von Journalisten verbreitet wurde, zeigte chaotische Szenen in einem Krankenhaus mit zahlreichen Verletzten und blutüberströmtem Boden.

Die militant-islamistischen Taliban, die auch in der Provinz aktiv sind, dementierten umgehend, für den Anschlag verantwortlich zu sein. Das Innenministerium machte dennoch die militante Gruppe für den Angriff verantwortlich: "Die Taliban sind das Fundament terroristischer Aktivitäten, und sie können sich sicherlich nicht von solchen Vorfällen freisprechen", sagte Ministeriumssprecher Tarek Arian. Das Innenministerium sprach zunächst von neun Toten und 40 Verletzten, es handle sich dabei aber um vorläufige Zahlen, hieß es.

Für das Opferfest Eid al-Adha hatten sich die Taliban und Kabul am Dienstag auf eine dreitägige Waffenruhe verständigt, die ab Mitternacht Kabuler Zeit in der Nacht auf Freitag (21.30 Uhr MESZ am Donnerstag) in Kraft trat. Seit Monaten sind Friedensgespräche zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung geplant, doch der Konflikt im Land geht weiter.

Streit zwischen Taliban und Kabul gab es vor allem um einen Gefangenentausch, der im Rahmen eines Abkommens zwischen den USA und den Taliban am 29. Februar in Doha (Katar) vereinbart wurde. Das Abkommen sieht einen Abzug der internationalen Truppen vor, im Gegenzug hatten die Taliban versichert, ihre Beziehungen mit anderen Terrorgruppen wie Al-Kaida zu beenden. Der Deal sollte auch den Weg für innerafghanische Friedensgespräche ebnen. Bis zu 5.000 inhaftierte Taliban sollten im Tausch gegen 1.000 von den Rebellen festgehaltene Gefangene freikommen.

Nur wenige Stunden vor der Autobombenattacke hatten die Taliban verkündet, dass mehr als 1.000 Gefangene auf freiem Fuß sind. Die afghanische Regierung ließ bisher 4.600 Taliban frei. Präsident Ashraf Ghani hatte am Dienstag angekündigt, die verbliebenen Taliban freilassen zu wollen. Gleichzeitig forderte er einen schnellen Beginn der Friedensgespräche, deren Auftakt in Doha stattfinden soll.

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