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Weihnachtsgeschenk für Assad: Putin überraschend in Damaskus

Der russische Präsident Wladimir Putin hat Syriens Machthaber Bashar al-Assad am orthodoxen Weihnachtsfest ein besonderes Geschenk gemacht: Er besuchte am Dienstag überraschend erstmals seit Beginn des russischen Militäreinsatzes die syrische Hauptstadt Damaskus und untermauerte so das enge Bündnis der beiden Länder.

© APA (AFP)
 

Die zwei Präsidenten trafen einander auf einem russischen Kommandoposten. Auf einem Bild ist zu sehen, wie sich die beiden bei einem Treffen mit Militärs die Hand schütteln und dabei lächeln.

Putin ist dabei einer der wenigen Staatschefs, die nach Damaskus gereist sind. Damit befindet er sich in Gesellschaft des mittlerweile gestürzten und vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH/ICC) in Den Haag per Haftbefehl gesuchten sudanesischen Präsidenten Omar al-Bashir, der Assad im Dezember 2018 in Damaskus die Aufwartung machte. Der Westen hingegen hat zu Assad alle offiziellen Kontakte abgebrochen, weil er ihn schwerer Vergehen im syrischen Bürgerkrieg beschuldigt.

Russland zählt in dem fast neunjährigen Konflikt neben dem Iran zu den wichtigsten Verbündeten der Regierung. Moskaus Luftangriffe trugen entscheidend dazu bei, die Rebellen zurückzudrängen und Assads zwischendurch brüchige Herrschaft zu sichern. Mittlerweile kontrollieren dessen Truppen wieder rund zwei Drittel Syriens, darunter vor allem alle wichtigen Städte. Assad hat zudem mehrfach angekündigt, dass gesamte Land wieder einnehmen zu wollen. Dazu ist er weiterhin auf die russische Unterstützung angewiesen.

Bei dem Gespräch zwischen Putin und Assad sei es um die Lage in verschiedenen Regionen des Landes gegangen, erklärte der Sprecher des Kremls, Dmitri Peskow, nach Angaben der russischen Agentur Interfax, die praktisch zeitgleich mit der syrischen Staatsagentur Sana über den Besuch berichtete. Beide Staatschefs hörten sich eine Einschätzung des Militärs an. Putin beteuerte, er könne nun mit Zuversicht sagen, dass "ein großer Weg zurückgelegt wurde, um die territoriale Integrität des Landes wiederherzustellen". Er pries die "gewaltigen Fortschritte" in dem Land. Syriens Präsidialamt meldete, Assad habe den russischen Soldaten für ihre "Opfer" gedankt.

Putin fuhr Peskow zufolge durch die Straßen von Damaskus, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Dort sei mit bloßem Auge zu sehen gewesen, dass das "friedliche Leben wiederhergestellt" sei. Später besuchte der Kremlchef auch die berühmte Umayyaden-Moschee (Omajjaden-Moschee) sowie eine griechisch-orthodoxe Kathedrale in der syrischen Hauptstadt. Dort zündeten Assad und Putin Kerzen an, wie ein Bild zeigte.

Noch Stunden zuvor ein ganz ähnliches Bild des starken Manns aus Moskau: Er steht andächtig in einer Kirche in der nordrussischen Stadt St. Petersburg - dort wo er auch getauft wurde. Putin feiert die Messe zum orthodoxen Weihnachtsfest. Weil mehrere orthodoxe Kirchen dem julianischen Kalender folgen, begehen sie die Geburt Christi 13 Tage später als die katholische Kirche und die Protestanten. Putin schüttelt die Hände vieler Menschen und wünscht ihnen frohe Weihnachten: "Bleiben Sie gesund und glücklich."

Russland ist noch in Feierlaune. Erst am Donnerstag beginnt der Alltag wieder für viele Russen. Der Kreml hatte zuvor lediglich mitgeteilt, dass der Präsident bereits am Mittwoch wieder arbeitet: In Istanbul trifft er seinen türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan. Beide wollen die russisch-türkische Pipeline Turkish Stream in Betrieb nehmen. Danach soll es auch um Syrien und Libyen gehen. Beide Länder vertreten unterschiedliche Interessen, die Türkei unterstützt die noch verbliebenen Rebellen.

Putin und Assad, das ist auch eine Männerfreundschaft, in der klar ist, wer von wem abhängt. In den vergangenen Jahren waren sich die beiden mehrfach persönlich begegnet - und mehrfach reiste der syrische Staatschef zum russischen Präsidenten. Im Oktober 2015 besuchte er Moskau, seine erste Auslandsreise nach Beginn des Bürgerkriegs im März 2011 und ein Ausbruch aus der internationalen Isolation. Über den Abstecher berichteten die Staatsmedien damals erst, als Assad wieder sicher zurück in der Heimat angekommen war.

Knapp zwei Jahre später empfing Putin Assad erneut, diesmal im russischen Badeort Sotschi am Schwarzen Meer. Auf Bildern war zu sehen, wie sich die beiden Männer sogar kurz umarmen. Putin erklärte damals, den Militäreinsatz beenden und eine politische Lösung des Konflikts vorantreiben zu wollen. Einen Monat später gab er dann bei einem Besuch auf der russischen Luftwaffenbasis Hamaimim im Westen Syriens den Befehl zum Rückzug eines Großteils der russischen Truppen. Auch dort trafen die beiden Männer aufeinander.

Doch ein Ende des für Moskau teuren russischen Militäreinsatzes ist noch mindestens genauso weit entfernt wie ein Ende des blutigen Konflikts. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Assad kein Interesse an einer politischen Lösung hat, die ihn zu Kompromissen zwingen würde - und sich so auch als sperriger Partner für den Kreml erweist.

Der Syrien-Konflikt hatte im März 2011 mit regierungskritischen Protesten begonnen, die von der Führung in Damaskus brutal unterdrückt wurden. Sie mündeten in einen Krieg, in dem auch Jihadisten und deren ausländische Kämpfer grausam gegen ihre Gegner vorgingen. Seit Beginn des Krieges sind nach Angaben von Aktivisten mehr als 380.000 Menschen getötet worden.

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