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Sexualpädagogik: ÖVP und FPÖ wollen keine Vereine an Schulen

Nach der Diskussion um den christlichen Verein TeenSTAR wollen ÖVP und FPÖ externe Vereine ganz aus dem Sexualkundeunterricht verbannen. Das sieht ein Entschließungsantrag vor, den beide Parteien im Nationalrat eingebracht haben. Kritik daran kommt von der Liste JETZT: Sie sieht so die gesamte schulische Sexualerziehung gefährdet.

 

Ende vergangenen Jahres waren Schulungsmaterialien von TeenSTAR öffentlich geworden, in denen u.a. Homosexualität als heilbares Identitätsproblem und Selbstbefriedigung als schädlich dargestellt wurden. Weiters wurden kein Sex vor der Ehe und natürliche Empfängnisverhütung propagiert. Nach längerer Diskussion empfahl Ex-Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) den Schulen deshalb, nicht mehr mit TeenSTAR zusammenzuarbeiten. Außerdem sollten sich sexualpädagogische Vereine ab 2020/21 für den Einsatz an Schulen akkreditieren müssen.

ÖVP und FPÖ zielen jetzt noch viel weiter: "Eine eingehende Prüfung der Sachlage zeigt, dass die vom Staat vorgegebene Neutralität ('Indoktrinationsverbot') in diesem Unterrichtssegment oft nicht gewährleistet ist", heißt es im Entschließungsantrag. "Ein staatlicher Sexualkundeunterricht muss in sachlicher, kritischer und pluralistischer Weise erfolgen." Daher soll dieser "ohne Beiziehung von schulfremden Personen oder Vereinen, sondern durch an der Schule wirkenden Pädagoginnen und Pädagogen sichergestellt" werden, appelliert man ans Bildungsministerium.

JETZT-Bildungssprecherin Stephanie Cox kommt diese Argumentation "eigenartig" vor. Vereine hätten zum Teil über Jahrzehnte viel Erfahrung gesammelt - nur wegen vereinzelter schwarzer Schafe wie TeenSTAR von der Zusammenarbeit abzugehen, sei daher nicht sinnvoll, so Cox zur APA. "Ich fürchte, dass dann überhaupt keine Sexualpädagogik passiert." Lehrer hätten im Regelfall gar nicht die passende Ausbildung dafür. "Wir brauchen mehr Unterstützungsmaßnahmen für Lehrkräfte, nicht noch eine zusätzliche Aufgabe." Statt der Verbannung aller Vereine sollte lieber das von Faßmann geplante Akkreditierungsverfahren umgesetzt werden.

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