Mindestens 55 Tote bei Busunfall in Indien

Mindestens 55 Menschen sind bei einem Busunglück im Süden Indiens gestorben. Der Bus stürzte am Dienstag in einer hügeligen Region im Bezirk Jagtial im Bundesstaat Telangana sechs Meter tief einen Abhang hinunter, wie A Sarath von der Bezirksregierung sagte. 33 Menschen wurden verletzt.

© APA (AFP)
 

Auf Fotos waren Menschen zu sehen, die Passagiere aus einem Bus mit einer demolierten Front und teils zerstörten Fensterscheiben ziehen. In dem überfüllten Fahrzeug seien fast 90 Menschen gewesen, als das Fahrzeug von der Straße abkam. "Augenzeugen sagten, der Fahrer habe die Kontrolle über das Fahrzeug in einer scharfen Kurve verloren", sagte Sharath. "Mindestens 20 Menschen starben am Unglücksort. Wir haben 69 Menschen in verschiedene Krankenhäuser gebracht, aber 35 sind ihren Verletzungen erlegen." Unter den Toten sind vier Kinder.

Einige der Passagiere seien Pilger auf dem Rückweg von einem hinduistischen Heiligtum gewesen, hieß es. "Der Bus war überfüllt, er hatte eine Kapazität von etwa 60. Wir untersuchen den Unfall", sagte Sharath. Lokale Medien sahen in der Überfüllung die Ursache des Unfalls: Einige Passagiere seien in der Kurve auf den Fahrer gefallen. Zunächst gab es auch Berichte, nach denen der Fahrer möglicherweise betrunken gewesen war. Er starb ebenfalls.

Die "Times of India" schrieb, der Bus habe sich vier Mal überschlagen, bevor er den Abhang herunterstürzte. "Vielleicht wurden die meisten Passagiere wegen der Überbelegung ernsthaft verletzt und im Bus zu Tode gequetscht, als er runtergerollt ist. Einige Leute sind vielleicht auch erstickt", spekulierte Sharath. Er befürchtete, dass die Zahl der Toten steigen könnte. Der Zustand von mindestens vier Menschen sei kritisch.

Vertreter der Regierung Indiens und des Bundesstaats Telangana kondolierten den Angehörigen. "Der Busunfall in Jagtial in Telangana ist über alle Maßen schockierend. Mich schmerzt der Verlust von Leben. Meine Gedanken und meine Solidarität mit den Familien der Hinterbliebenen. Ich bete, dass die Verletzten sich schnell erholen", schrieb Premierminister Narendra Modi auf Twitter.

Regierungsvertreter des Bundesstaates kündigten eine Entschädigung von 500 000 Rupien, umgerechnet knapp 6.000 Euro, pro Familie für die Hinterbliebenen an, sowie einen geringeren Betrag für die Verletzten.

Indien hat weltweit die meisten Todesfälle durch Verkehrsunfälle. Durchschnittlich sterben jedes Jahr 135.000 Menschen auf den Straßen. Grund sind häufig schlechte Straßenverhältnisse, untaugliche Fahrzeuge und eine rücksichtslose Fahrweise. Hügelige Straßen sind während der Monsunzeit von Juni bis September besonders gefährlich.

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