Marokkaner bot 8,2 Kilo Haschisch verdecktem Ermittler an

Ein 33-Jähriger ist am Freitag wegen Drogenhandels, Widerstands gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung in Salzburg vor Gericht gestanden. Der Marokkaner soll 8,2 Kilogramm Haschisch von sehr guter Qualität einem verdeckten Ermittler in Salzburg angeboten haben und war dazu auch geständig. Er habe damit seine Drogensucht finanzieren wollen, sagte seine Verteidigern.

 

Der polizeiliche Zugriff erfolgte am 4. Juni 2012 und liegt damit schon einige Jahre zurück. Das Suchtgift wurde damals sichergestellt. Der Beschuldigte wehrte sich allerdings gegen seine Festnahme. "Er versetzte einem Polizisten mehrere Stöße und Faustschläge, biss ihm in beide Handgelenke und versuchte dann zu flüchten", schilderte Staatsanwalt Robert Holzleitner. Der Beamte erlitt eine offene Bisswunde, Hämatome, eine Prellung und eine Verstauchung am Sprunggelenk.

Nach der vollzogenen Festnahme klagte der Verdächtige über Schmerzen, deshalb wurde er von den Polizisten zur Untersuchung ins Unfallkrankenhaus gebracht. "Er hat einen günstigen Moment genutzt und entwischte", sagte der Staatsanwalt. Trotz sofortiger Fahndung konnte der Mann untertauchen. Aufgrund eines europäischen Haftbefehls wurde er ausgeforscht.

Weil noch ein Verfahren gegen den Marokkaner in Italien, wo der Gemüseverkäufer bereits mehrmals vor Gericht gestanden ist, anhängig war und er dort eine Haftstrafe wegen Diebstahls von Gepäckgegenständen aus Zügen zu verbüßen hatte, wurde der Beschuldigte erst heuer nach Österreich ausgeliefert. Seither sitzt er in der Justizanstalt Salzburg in Untersuchungshaft. Seine Mittäter wurden bereits verurteilt.

Die Verteidigerin des 33-Jährigen erklärte vor dem Schöffensenat unter Vorsitz von Richter Peter Egger, der Mann sei zu allen Vorwürfen geständig - auch zum Diebstahl eines Handys im Wert von 120 Euro und Beheben von 1.400 Euro Bargeld mit einer gestohlenen Bankomatkarte im Jahr 2011. Der Marokkaner sei als Flüchtling von Italien nach Österreich gekommen, um hier seiner Drogensucht nachzugehen. Der Handel mit Rauschmitteln habe seiner eigenen Suchtfinanzierung gedient, so die Anwältin. Seinen Namen habe er wegen Problemen mit seiner Ehefrau geändert, sie habe seine Drogensucht - er konsumierte Kokain und Cannabis - nicht akzeptiert. Vermutlich wird noch heute ein Urteil gesprochen.

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