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Moskau: US-Sanktionen sind "Wirtschaftskrieg"

Russland hat scharf auf die geplanten neuen US-Sanktionen reagiert. Regierungschef Dmitri Medwedew bezeichnete die Strafmaßnahmen als "Erklärung eines Wirtschaftskrieges" und kündigte eine harte Reaktion an. Bei einem Besuch auf der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka empörte sich Medwedew am Freitag vor allem über mögliche Sanktionen gegen die USA oder die Verwendung von Devisen.

© APA (AFP)
 

Dies käme einer Kriegserklärung gleich. "Auf einen solchen Krieg müssen wir mit ökonomischen, politischen und falls nötig auch anderen Methoden reagieren", sagte Medwedew der Agentur Interfax zufolge. "Das müssen unsere amerikanischen Freunde verstehen." Details nannte Medwedew zunächst nicht.

Die USA hatten am Mittwoch neue Sanktionen gegen Russland angekündigt. Hintergrund ist der Fall des in Großbritannien vergifteten russischen Ex-Agenten Sergej Skripal. Washington macht Moskau für die Tat verantwortlich. Russland bestreitet, in den Fall verwickelt zu sein. Die Strafmaßnahmen sollen in etwa zwei Wochen in Kraft treten. Zunächst war unklar, welche Wirtschaftszweige oder Produkte davon betroffen sein sollen.

Außenminister Sergej Lawrow sagte seinem US-Kollegen Mike Pompeo in einem Telefonat, Moskau lehne die Vorwürfe und die Sanktionen kategorisch ab. Bisher habe niemand Beweise vorgelegt, dass Russland in den Fall Skripal verwickelt sei, betonte er einer Mitteilung des Ministeriums zufolge.

Bereits zuvor hatten die USA Sanktionen gegen Russland in dem Fall verhängt. Unter anderem hatten sie und mehrere westliche Staaten russische Diplomaten ausgewiesen. Andere Strafmaßnahmen gelten wegen der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland 2014 sowie wegen der Unterstützung für prorussische Separatisten in der Ostukraine. Außerdem gibt es Sanktionen wegen der Vorwürfe einer Einmischung Moskaus in die US-Präsidentenwahl 2016.

Medwedew räumte ein, dass sich die westlichen Strafmaßnahmen negativ auf die russische Wirtschaft auswirkten. Allein die Ankündigung der neuen Sanktionen löste nun Unsicherheit aus. In den vergangenen Tagen waren Aktienkurse von russischen Unternehmen gefallen. Auch der Rubelkurs zum US-Dollar und Euro sank rapide.

Die russische Notenbank bemühte sich um Beruhigung. Sie teilte mit, sie verfüge über ausreichend Mittel, um eine Bedrohung der Finanzstabilität zu verhindern. Auch früher schon habe es Phasen gegeben, in denen der Kurs des Rubels stark geschwankt habe. Sie hätten sich stets als kurzlebig erwiesen.

Die Sanktionen sollen Exportgüter aus den Bereichen Elektronik, Laser, Sensoren sowie Öl- und Gastechnologie betreffen. Sie sollen rund um den 22. August herum in Kraft treten. In der vergangenen Woche waren zudem Gesetzentwürfe demokratischer und republikanischer US-Senatoren bekanntgeworden, die Sanktionen auch gegen mehrere russische Staatsbanken in den USA vorsehen. Demnach war zudem geplant, den Gebrauch des Dollars durch diese Banken zu beschränken.

Kommentare (1)

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Katschy
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2
Lesenswert?

Wieso lässt sich die ganze Welt

vom irren Trump auf der Nase herum tanzen?

Russland, China, EU, Indien, ....... sollten sich schön langsam Sanktionen gegen die USA überlegen.

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