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Saudi-Arabien will Angriff auf Schulbus untersuchen

Nach internationaler Kritik will eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition den verheerenden Angriff auf einen Schulbus mit Kindern im Jemen untersuchen. Die Umstände würden aufgearbeitet, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Spa unter Berufung auf eine Quelle in dem Bündnis. Ergebnisse würden so bald wie möglich veröffentlicht.

© APA (AFP)
 

Bei dem Luftangriff in der nördlichen Provinz Saada waren am Donnerstag nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) mindestens 51 Menschen getötet worden, 40 davon Kinder. Weitere 79 Menschen wurden demnach verletzt. Das saudi-arabische Bündnis hatte sich mit verschiedenen Versionen gerechtfertigt: Zunächst hatte es geheißen, in dem Bus hätten sich Houthi-Rebellen aufgehalten. Später sagte es, die Bomben hätten eigentlich Raketenwerfern der Aufständischen gegolten.

Seit mehr als drei Jahren bombardiert das Bündnis Stellungen der Houthi-Rebellen, die weite Teile des Landes vor allem im Norden sowie die Hauptstadt Sanaa kontrollieren. Als Verbündeter der international anerkannten Regierung des Jemens tötete die Koalition dabei Tausende Menschen, darunter viele Zivilisten. Der Angriff am Donnerstag ist einer der schwersten auf unbeteiligte Menschen in dem Bürgerkrieg.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres hatte den Angriff verurteilt und eine unabhängige und schnelle Untersuchung von der Militärkoalition verlangt. Alle Parteien im Jemen-Konflikt müssten dafür sorgen, dass Zivilisten und zivile Objekte aus militärischen Handlungen herausgehalten werden, erklärte ein Sprecher der Vereinten Nationen am Donnerstagabend (Ortszeit) in New York.

Der UN-Sicherheitsrat wollte am Freitag hinter verschlossenen Türen über den Luftangriff beraten. Nach Angaben von Diplomaten wurde die Sitzung von Bolivien, den Niederlanden, Peru, Polen und Schweden beantragt, die nicht-ständige Mitglieder des Sicherheitsrats sind. Die stellvertretende UNO-Botschafterin der Niederlande, Lise Gregoire-van Haaren, forderte eine "glaubwürdige und unabhängige Untersuchung".

Auch das Auswärtige Amt in Berlin verurteilte das Bombardement: "Der Tod so vieler Kinder und die Trauer und das Leid ihrer Familien sind zutiefst bedrückend", erklärte ein Sprecher. Ereignisse wie dieses und alle Hinweise auf Verletzungen der Menschenrechte und des Völkerrechts müssten lückenlos und unabhängig untersucht werden, forderte er. "Die dafür eingesetzte internationale Expertengruppe des UN-Menschenrechtsrats hat unsere volle Unterstützung."

"Es ist dringend an der Zeit, den Konflikt im Jemen zu beenden", teilte auch das Pariser Außenministerium mit. Es forderte alle Parteien auf, das Völkerrecht zu respektieren.

Auch die USA zeigten sich "sehr besorgt", wie eine Sprecherin des Außenministeriums in Washington erklärte. Die Militärkoalition müsse eine "gründliche und transparente Untersuchung" des Angriffs vornehmen.

Das Rote Kreuz warnte am Freitag, dass die Zahl der Toten und Verletzten noch steigen könnte. Die Lage sei unübersichtlich, weil die Opfer in verschiedene Krankenhäuser gebracht worden seien. Auch das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF berichtete von "chaotischen Szenen" in den Krankenhäusern.

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