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Rittern um die Leoparden beim Filmfestival von Locarno

15 Filme aus ebenso vielen Ländern bewerben sich vom 1. bis 11. August im Hauptwettbewerb um die Leoparden des Locarno Festivals. Aus Österreich ist dabei kein Werk vertreten - stattdessen aber viele noch unbekannte Filmemacher, wie bei der Programmpräsentation am Mittwoch in Bern deutlich wurde. Und insgesamt will Festivalchef Carlo Chatrian die heurige Ausgabe heiterer anlegen.

© APA (AFP)
 

Regisseure des Wettbewerbs, die auch ein breites Publikum kennt, sind etwa der mehrfach preisgekrönte Südkoreaner Hong Sangsoo, der seinen neuen Film "Gangbyun Hotel" zeigt. Erst in Fachkreisen bekannt ist der Amerikaner Kent Jones, der mit "Diane" drei Preise am Tribeca Film Festival gewonnen hat und jetzt mit diesem Film in Locarno ins Rennen steigt. Aus Deutschland ist etwa "Wintermärchen" von Jan Bonny zu sehen, der sich um junge Rechtsextreme dreht. Der außergewöhnlichste Beitrag im Concorso internazionale ist aber wohl der argentinische Film "La Flor" von Mariano Linas: Er dauert nicht weniger als 14 Stunden. Es sei eine Hommage an die Filmgeschichte in mehreren Episoden, sagte Chatrian. Gezeigt wird das Werk in mehreren Tranchen.

Immerhin in der Jury für den internationalen Wettbewerb, der heuer der chinesische Regisseur Jia Zhang-ke vorsteht, findet sich mit Filmemacherin Tizza Covi eine Österreicherin. Und mehrheitlich österreichisch produziert ist "Chaos" der Syrerin Sara Fattahi, die mit ihrem Debüt "Coma" 2015 unter anderem auch auf der Viennale erfolgreich war. In ihrem neuen, von Little Magnet Films produzierten Werk, das in der Sektion der zeitgenössischen Filmemacher Weltpremiere feiert, porträtiert die 35-Jährige drei syrische Frauen, die zu unterschiedlichen Zeiten leben und in ihrem Schicksal doch verbunden sind.

Breit gestreut präsentiert sich indes die Programmierung auf der 8.000 Zuschauer fassenden Piazza Grande, wobei die USA einen starken Laut von sich geben, wenn etwa Spike Lee nach Cannes auch in Locarno seinen "BlackKklansman" zeigt. Dass Ethan Hawke "Blaze" auf der Piazza Grande vorstellt und sich bei der Gelegenheit auch gleich den Excellence Award abholt, war bereits bekannt. Und zum Abschluss gibt es Jean Dujardins ("The Artist") neuen Film "I Feel Good" am 11. August.

In seiner 71. Ausgabe zeigt das Filmfestival Locarno in verschiedenen Reihen und Sektionen mehr als 200 Filme. Chatrian, der als künftiger Berlinale-Chef designiert ist, setzt auf Filme, die sich "auf persönliche Geschichten konzentrieren", wie er bei der Präsentation des Programms betonte. "Die großen Konflikte unserer Welt rücken in den Hintergrund, doch bleibt die Gegenwart ein Donnergrollen."

Diesem "Donnergrollen" will Locarno in diesem Jahr mit der Kraft des Lachens begegnen. So eröffnet das Festival neben dem französischen Spielfilm "Les beaux esprit" (Regie: Vianney Lebasque) mit der 1929 uraufgeführten Kurzfilmkomödie "Liberty" mit Stan Laurel und Oliver Hardy. Inszeniert hat den Film Leo McCarey. Dem Hollywoodregiestar der 1930er, 40er und 50 Jahre ist auch die diesjährige Retrospektive gewidmet.

Chatrian versprach eine Festivalausgabe, "die leichter und freier sein will". In diesem Jahr dürfe in Locarno viel gelacht werden. Augenscheinlich will Chatrian noch einmal nachhaltig beweisen, wie gut er Anspruch und Unterhaltung miteinander verknüpfen kann. Dies hat schließlich entscheidend dazu beigetragen, dass ihm für die Zukunft die künstlerische Leitung der Berlinale angetragen wurde.

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