Mit jedem Tag wird klarer, dass der Vielfachmord von Graz unsere Sicht auf die eigene Gesellschaft verändert. Wir fühlen uns ja als Bewohner eines rundum sicheren Landes, trotz Ukraine-Krieg und obwohl die Coronapandemie diese Gewissheit vor ein paar Jahren tief erschüttert hat. Irgendwie hat sich dann doch wieder alles eingerenkt, das Leben geht weiter. Und die meisten von uns haben noch nie eine Leiche gesehen. Wir sind Verwöhnte der Zivilisation, die den Tod marginalisiert, als ob er nicht Teil des Lebens wäre.